Buntes Kreuzrippengewölbe
ORF
ORF
Religion

Weniger Kirchenaustritte als im Vorjahr

Die Zahl der Kirchenaustritte ist bundesweit gesunken, und zwar um fast 14 Prozent. Einen Rückgang verzeichnen auch die Diözese Sankt Pölten und die Erzdiözese Wien. Die Zahl der Katholikinnen und Katholiken ging bundesweit im Vorjahr jedoch zurück.

Zwei Zahlen verdeutlichen den bundesweiten Rückgang bei den Austritten. Im Vorjahr traten 58.500 Gläubige aus, 2019 hingegen 67.800. Alle Diözesen melden einen Rückgang bei den Austritten. In der Diözese Sankt Pölten sind um sieben Prozent weniger Katholikinnen und Katholiken ausgetreten als 2019. Konkret waren es 5.170, 2019 hingegen 5.560.

In der Erzdiözese Wien, in der rund 550.000 niederösterreichische Katholikinnen und Katholiken leben, betrug der Rückgang bei den Austritten 14 Prozent. Aktuell leben in der Diözese St. Pölten knapp 477.000 Katholikinnen und Katholiken, das sind etwa 70 Prozent der Bevölkerung innerhalb der Diözese. Dort gab es übrigens im Vorjahr 285 Wiedereintritte.

Mehr Sterbefälle und weniger Geburten

Bundesweit gab es mit Stichtag 31. Dezember 4,9 Millionen Katholikinnen und Katholiken, im Jahr davor waren es noch knapp fünf Millionen. Das entspricht einem Rückgang von rund 1,5 Prozent. Das sei aber nicht nur auf Kirchenaustritte, sondern auf das Verhältnis von Taufen und Sterbefällen sowie von Zu- und Wegzügen zurückzuführen, heißt es in der aktuellen Statistik der österreichischen Bischofskonferenz.

Grafik zu Rückgang bei Kirchenaustritten bundesweit
APA

Mit Stichtag vom 31. Dezember 2020 wurden bundesweit 3.807 Personen in die Kirche wieder oder neu aufgenommen. Das ist um 28,7 Prozent weniger als 2019 (4.898). 461 Personen machten zudem 2020 von ihrem Recht auf Widerruf Gebrauch. Damit sind Menschen gemeint, die zunächst ihren Austritt erklärt hatten, nach einem Kontakt mit kirchlichen Verantwortlichen und innerhalb einer Dreimonatsfrist aber wieder Abstand von diesem Schritt nahmen.