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Pflegeberuf für Jugendliche kaum attraktiv

Eine Studie im Auftrag der Arbeiterkammer Niederösterreich zeigt, dass sich nur wenige Jugendliche zwischen 14 bis 18 Jahren „auf jeden Fall“ vorstellen können, einen Pflegeberuf zu ergreifen. Die Arbeiterkammer fordert deshalb eine Aufwertung des Berufs.

Während die Menschen immer älter werden und der Pflegebereich somit immer wichtiger wird, wollen nur 17 Prozent der befragten Jugendlichen „auf jeden Fall“ in diesem Bereich arbeiten. Knapp ein Viertel der Befragten hält diese Berufswahl für möglich, sofern die Rahmenbedingungen verbessert würden. Am gefragtesten ist dabei die Arbeit mit pflegebedürftigen Jugendlichen (52 Prozent) oder kleinen Kindern (47 Prozent). Nur 33 Prozent wollen hingegen mit älteren Menschen arbeiten.

Die vom Institut für Jugendkultur durchgeführte Studie zeige deutlich, „dass der Pflegeberuf aktuell keine allzu attraktive Option für die Jugendlichen ist“, hält Arbeiterkammer-Niederösterreich-Präsident Markus Wieser in einer Aussendung fest. „Es braucht daher auf mehreren Ebenen erhebliche Verbesserungen, um mehr junge Menschen für diesen Beruf zu gewinnen“, so seine Forderung.

Höherer Lohn und bessere Arbeitsbedingungen

Wieser plädiert etwa für die Einführung des Pflichtschulfaches „Berufsorientierung, soziale Kompetenzen und Gesellschaftskunde“ zwischen der 5. und 8. Schulstufe an allen Schulformen. Denn es brauche Aufklärung und realitätsnahe Informationen darüber, „wie sich der Pflegeberuf tatsächlich gestaltet und welche Anforderungen hier an die jungen Menschen gestellt werden“, heißt es in der Aussendung.

Die Studie zeigt, dass die Jugendlichen konkrete Erwartungen an die Arbeitswelt hätten. Für 57 Prozent steht dabei eine gute Bezahlung im Mittelpunkt, für 51 Prozent ein sicherer Arbeitsplatz, für 46 Prozent ausreichend Freizeit und für 45 Prozent gute Aufstiegs- und Karrierechancen. Deshalb brauche es mehr denn je eine Aufwertung des Pflegeberufs, betont Wieser. Das betreffe vor allem das Entgelt, die Qualifikation und die Arbeitsbedingungen.

Viele Jugendliche mit Pflegeerfahrungen in der Familie

In der Studie wird zudem deutlich, dass rund jeder zweite der befragten Jugendlichen bereits Erfahrungen mit informeller Pflege eines alten oder erkrankten Familienmitgliedes hat. Mädchen und Burschen sind davon gleichermaßen betroffen. Die informellen Pflegeerfahrungen in der Familie sind außerdem unabhängig vom jeweiligen Bildungshintergrund.