Sarah Fischer bei den Vorbereitungen zur Europameisterschaft
Ewald Fischer
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Sport

Fischer hofft bei EM auf „Doppelschlag“

Eine Medaille gewinnen und damit das Ticket für die Olympischen Sommerspiele in Tokio fixieren: Das ist am Samstag das Ziel der Gewichtheberin Sarah Fischer aus Rohrendorf (Bezirk Krems) bei der Europameisterschaft in Moskau.

Nach langer Pause darf die 20-Jährige am Samstag (19.00 Uhr) endlich wieder auf die große Wettkampfbühne. Wegen des Coronavirus wurden seit Jänner des Vorjahres keine Bewerbe ausgetragen. Zu Beginn der Pandemie hielt sich Fischer unter anderem mit Trainingseinheiten daheim in der Scheune fit. Danach wurde aber – natürlich unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen – schon bald wieder professionell trainiert.

Moskau ist für Fischer die vorletzte Chance, das Olympiaticket zu fixieren. Die letzte gäbe es Ende Mai bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Taschkent. Bei sehr gutem Verlauf könnte es aber bereits in Moskau klappen, auch wenn Fischer bescheiden bleibt. „Meine Form ist ganz gut, aber bei einem Wettkampf kann immer viel passieren. Ein Top-Fünf-Platz wäre schon sehr gut, dann würde ich viele Punkte für die Olympiaqualifikation machen.“

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Sarah Fischer bei den Vorbereitungen zur Europameisterschaft
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Beim Training in der Scheune hat sich Fischer zu Beginn der Pandemie fit gehalten
Sarah Fischer bei den Vorbereitungen zur Europameisterschaft
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27 Medaillen haben Fischer und ihr Trainervater Ewald bereits bei Großereignissen gewonnen
Sarah Fischer bei den Vorbereitungen zur Europameisterschaft
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Die EM-Halle in Moskau bietet perfekte Bedingungen für alle Athletinnen und Athleten

Vorbereitung mit Höhen und Tiefen

Mit ihrem Trainervater Ewald Fischer wurde zuletzt intensiv an der Form gearbeitet, die Kurve geht konstant nach oben. Bei optimalem Verlauf könnte Fischer in der Klasse bis 87 Kilogramm mit den besten Frauen Europas mithalten. Das „Familienunternehmen Fischer“ blickt aber auch auf schwierige Tage zurück, vor Kurzem musste Fischer den Tod ihres Großvaters verkraften. Dadurch ist man aber noch enger zusammengerückt und „beim Wettkampf total fokussiert und konzentriert“, wie Ewald Fischer im Vorfeld der Europameisterschaft berichtet.

Bei Sarah Fischer ist die Vorfreude auf den ersten großen sportlichen Wettkampf seit Beginn der Pandemie sehr groß. „Ich bin froh, dass es eine EM gibt. In anderen Sportarten ist das ja trotz des Coronavirus auch möglich, deshalb ist es gut, dass wir das im Gewichtheben auch geschafft haben.“

Von den Rahmenbedingungen ist die 27-fache Medaillengewinnerin begeistert. „Die Halle ist bombastisch. So etwas habe ich selten gesehen. Wir haben hier optimale Bedingungen, und ich hoffe, dass ich das ausnützen kann.“ Wenn Fischer im hochmodernen Komplex von Moskau tatsächlich eine Medaille gewinnt, hätte sich das Training in der elterlichen Scheune jedenfalls mehr als bezahlt gemacht.