Wirtschaft

„Breitband-Turbo“ noch ohne konkrete Pläne

Von den 1,4 Milliarden Euro, die der Bund für den Breitbandausbau in Österreich angekündigt hat, will sich Niederösterreich 250 Millionen Euro holen. Ziel ist es, schnelles Internet in ländliche Regionen zu bringen. Konkrete Pläne gibt es aber noch nicht.

Vom angekündigten „Breitband-Turbo“ ist in Niederösterreich vorerst noch wenig zu spüren. Die Förderung des Bundes hat laut Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger (ÖVP) auch noch eine wesentliche Hürde zu nehmen, bevor sie in den ländlichen Regionen ankommt. „Der durch die Bundesmittel finanzierte zusätzliche Breitbandausbau kann erst starten, wenn die Richtlinien durch die Europäische Union freigegeben wurden. Hier ist Eile geboten“, so Danninger.

In der Vergangenheit gingen rund 20 Prozent der Breitbandfördermittel nach Niederösterreich. „Wir gehen davon aus, dass von den 1,4 Milliarden Euro Bundesförderung etwa 250 Millionen Euro nach Niederösterreich fließen würden", so Danninger. Profitieren sollen einerseits die regionalen Baufirmen, auf die im Schnitt 80 Prozent der Projektkosten entfallen würden, andererseits Betriebe und Haushalte, die dann eine schnellere Internetversorgung zur Verfügung hätten, so Danninger.

Fokus auf kleine Gemeinden im ländlichen Raum

In Niederösterreich hat man das Ziel, Glasfaserinternet möglichst flächendeckend und bis zur Haustür auszubauen. Während sich die großen Telekommunikationsunternehmen um die Ballungszentren rittern, kümmert sich die Niederösterreichische Glasfaserinfrastruktur GmbH (nöGIG) um kleine Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, in denen sich der Ausbau für die großen Konzerne wirtschaftlich oft nicht rentiert.

Nach Angaben der nöGIG wurden etwa 40 Gemeinden mit 35.000 Haushalten in einem Pilotprojekt bereits mit Glasfaserinternet versorgt, derzeit läuft der Ausbau in zwölf Gemeinden, in denen knapp 9.000 Haushalte erschlossen werden. Die Mittel dafür stammen noch von der „alten“ Breitband-Milliarde bzw. von einem privaten Investor. Im Sommer sollen die nächsten Projekte in weiteren Gemeinden folgen, darüber hinaus befinde man sich in der „Sammelphase“.

In jeder Gemeinde, in der ein Glaserfaseranschluss erfolgen soll, braucht es eine Zustimmung von 40 Prozent der Bevölkerung. Der weitere Ausbau kann aber nur stattfinden, wenn Niederösterreich das erhoffte Geld abrufen kann, heißt es auch vonseiten der nöGIG.