Drohnenansicht der Schallaburg
ALEXANDER KAUFMANN
ALEXANDER KAUFMANN
Kultur

Schallaburg wird sanft modernisiert

Die Schallaburg ist die bedeutendste Renaissance-Anlage in Niederösterreich. Immer wieder muss sie auf neuesten technischen Stand gebracht werden. Ab dem Sommer werden das Dach saniert und neue Klima- und Sicherheitstechnik eingebaut.

Das Zusammenspiel von Ausstellungen, historischem Ambiente und dem weitläufigen Schlossgarten macht die Schallaburg zu einem äußerst beliebten Ausflugsziel. Und deshalb gilt für sie, wie auch für den Stephansdom in Wien oder das Benediktinerstift Melk: All diese historischen Bauten müssen immer mehr Besucherinnen und Besucher aufnehmen können und dabei ebenso den neuesten Sicherheits-, Komfort- und Ausstellungsanforderungen gerecht werden. Diese kleinen und großen Veränderungen müssen zwischen Mauern passen, die viele Jahrhunderte alt sind. Und auffallen sollen sie auch nicht. Die Schallaburg verschreibt sich einer nachhaltigen, sanften Sanierung, bei der auch traditionelle Handwerkstechniken zum Einsatz kommen.

Nun ist es wieder soweit. Ein neuer Modernisierungsschub steht bei der Schallaburg an. So werden Teile des Daches saniert, um die Energie-Effizienz zu erhöhen. Hinzu kommt die Modernisierung der klimatechnischen und sicherheitstechnischen Ausstattung im Museumsbereich. 6,5 Millionen Euro werden investiert, erklärte Landeshauptfrau Johann Mikl-Leitner (ÖVP). Ziel sei es, die Positionierung der Schallaburg im nationalen und internationalen Museumsgeschehen nachhaltig abzusichern und auszubauen.

Arkadenhof der Schallaburg
Bwag

Seit vielen Jahrzehnten wird modernisiert

Begonnen hat alles im elften Jahrhundert, als an einem Berghang nahe dem heutigen Ort Loosdorf (Bezirk Melk) eine mittelalterliche Wohnburg, ein Palas, errichtet wurde. Dann erfolgten viele Modernisierungsschübe in Richtung Renaissance. Gartenanlagen kamen hinzu, eine Schießstätte und sogar Reste eines Ballhauses wurden von den Archäologen gefunden. Nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahr 1968, übernahm das Land Niederösterreich das Schloss in einem erbärmlichen Zustand. Umfangreichste Wiederaufbauarbeit musste geleistet werden. 1974 gab es dann die erste Ausstellung, mit dem naheliegenden Titel „Renaissance in Österreich“.

2008 bis 2009 wurde ein barrierefreier Ausstellungsrundgang geschaffen. 2012 erfolgte die Sanierung des „Gerichtsstöckls“. 2013 erfolgte die Sanierung der charakteristischen Terrakotta-Figuren im Rahmen eines Forschungsprojektes. In den Jahren 2015 bis 2017 wurde das Mauerwerk saniert und ein Lift eingebaut. Bei den kommenden Adaptierungsvorhaben wird während des laufenden Betriebs der laufenden Jahresausstellung gearbeitet. 2024, im Jubiläumsjahr „50 Jahre Schallaburg als Veranstaltungsort“, sollen sie abgeschlossen sein.