Orangerie Luisa Doerr
Festival La Gacilly-Baden Photo / Luisa Dörr
Festival La Gacilly-Baden Photo / Luisa Dörr
Kultur

„La Gacilly“: Lateinamerika in Baden

Am 18. Juni startet in Baden das Fotofestival „La Gacilly“. Unter dem Motto „Viva Latina!“ werden bis 17. Oktober nicht nur Fotografien aus Lateinamerika zu sehen sein, sondern auch eine Sonderausstellung über Biodiversität.

27 Stationen widmen sich beim diesjährigen Fotofestival „La Gacilly“ in Baden den verschiedensten Aspekten der Beziehung zwischen den Menschen und ihrer Umwelt. Ziel ist es, den Umgang des Menschen mit der Natur zu hinterfragen. Rund 1.500 Fotografien werden ab 18. Juni zu sehen sein. Manche davon sind bis zu 280 Quadratmeter groß. Die Kunstwerke sind entlang einer Strecke von sieben Kilometern ausgestellt. Das Festival teilt sich ausgehend vom Besucherzentrum am Brusattiplatz in eine Garten- und eine Stadtrunde.

Unter dem Motto „Viva Latina!“ werden Fotografien aus Lateinamerika gezeigt, die „stark von der Komplexität der Geschichte dieses Kontinents mit all seinen Revolutionen und Hoffnungen durchdrungen ist, mit seinem Gewirr von Bräuchen, in denen sich Träume des Westens mit schamanistischen Überzeugungen vermischen und in denen die Inbrunst seiner Gesellschaft von Gewalt und einer starken Lebensfreude geprägt ist“, heißt es auf der Webseite des Festivals.

Sonderschau soll Menschen stärker mit Natur verbinden

Mit einer Sonderausstellung möchte „La Gacilly“ zudem die biologische Vielfalt auf der Erde feiern. Diese Ausstellung soll das Wesen und die Wichtigkeit der Biodiversität aufzeigen und die Menschen wieder stärker mit der Natur verbinden.

Um nicht nur auf das Thema aufmerksam zu machen, sondern auch direkt aktiv zu werden, haben sich die Veranstalter um Lois Lammerhuber das Ziel gesetzt, die Organisation des Festivals CO2-neutral stellen zu lassen. Um das zu ermöglichen, war finanzielle Unterstützung notwendig. „Der Zuspruch war fulminant“, erzählt Lammerhuber. Zur Kompensation des CO2-Abdruckes hat man Zertifikate im Lacandón-Urwald in Guatamala erworben.

Ullmann Emmanuel Honorato Vasquez
Festival La Gacilly-Baden Photo / Emmanuel Honorato Vázquez
Ab 18. Juni kann man in Baden auf einer Länge von sieben Kilometer Kunst erleben

Die beiden Ausstellungen „Viva Latina!“ und jene zum Thema Biodiversität werden von insgesamt 21 Fotografen, fünf Fotografenkollektiven und 16 Schulen in Niederösterreich visualisiert.

Lammerhuber mit persönlichem Bezug zu Lateinamerika

Dass sich das Fotofestival in diesem Jahr Lateinamerika widmet, freut Veranstalter Lois Lammerhuber besonders: „Meine ganz persönliche Geschichte ist der Grund, warum mir das Festival 2021 noch mehr zu Herzen geht als seine Vorgänger“. Lammerhuber hatte seine ersten Schritte als Fotograf in Lateinamerika gemacht. In den Jahren 1979 bis 1981 bereiste er verschiedene Länder Lateinamerikas und fühlte sich dort auch heimisch. Vor allem die Panamericana, ein Straßensystem, das von Alaskas Prudhoe Bay bis nach Ushuaia in Feuerland führt, hatte es ihm angetan.

Seine spezielle Beziehung zu der Region ist auch der Grund, warum er bei „La Gacilly“ 2021 in Baden eine Reportage-Trilogie zeigen wird, die sich nicht nur mit der Entdeckung Amerikas auseinandersetzt, sondern auch mit der gelebten Magie und Poesie jener Menschen, die ihm entlang der Panamericana schicksalhaft begegnet sind.

Im Vorjahr wurden mehr als 300.000 Besucherinnen und Besucher gezählt. Das bedeutete einen neuen Besucherrekord – mehr dazu in Besucherrekord bei Fotofestival „La Gacilly“ (noe.ORF.at; 29.10.2020). Den Veranstaltern zufolge ist „La Gacilly“ das größte Outdoor-Fotofestival Europas.