Arzt beim Ausfüllen eines Rezeptes
APA/HELMUT FOHRINGER
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Gesundheit

Ärztenetzwerk: Seit einem Jahr einzigartig

Seit einem Jahr besteht das Primärversorgungsnetzwerk Melker Alpenvorland. Das Gesundheitsnetzwerk ist das erste und immer noch einzige dieser Form in Österreich und zählt zu den Zukunftsprojekten der Gesundheitsversorgung.

Das Primärversorgungsnetzwerk Melker Alpenvorland besteht aus fünf Netzwerkpartnern an den Standorten Bischofstetten, Kirnberg, St. Leonhard/Forst, Hürm, Kilb und Texingtal (alle Bezirk Melk). An den fünf Standorten sind Allgemeinmediziner, Diplomiertes Gesundheits- und Krankenpflegepersonal, Ordinationsassistenten, Logopäden, Psychotherapeuten, Diätologen, Hebammen, Physiotherapeuten, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten sowie mobile Dienste und Case- und Care Manager vertreten. Das Netzwerk an Gesundheitsprofis soll den Menschen zahlreiche Vorteile bringen.

"Seit einem Jahr stärken wir damit erfolgreich die wohnortnahe Gesundheitsversorgung für fast 16.000 Menschen in der Region des Alpenvorlands. Fünf Kassenplanstellen für Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner sorgen dafür, dass von 7.00 bis 19.00 Uhr jederzeit ein Arzt oder eine Ärztin für die Menschen erreichbar ist“, so Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP). Der NÖGUS-Vorsitzende hatte das Projekt gemeinsam mit der Österreichischen Gesundheitskasse und der Niederösterreichischen Ärztekammer initiiert.

Königsberger-Ludwig, Eichtinger und Mückstein vor dem Eingang zum Ärztezentrum in Kilb
Büro LR Eichtinger
Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, Allgemeinmediziner Kurt Weissenborn, Bundesminister Wolfgang Mückstein, Landesrat Martin Eichtinger

100 Millionen Euro für ähnliche Projekte

„Primärversorgungseinheiten und Gesundheitsnetzwerke wie hier im Melker Alpenvorland sind eine zentrale Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten, die sämtliche Leistungen ohne großen Organisationsaufwand für die betroffenen Menschen anbietet – von der Vorbeugung über die Behandlung bis hin zur Nachsorge“, erklärte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Die Grünen) bei der Besichtigung des Hauses in Mank. „Die zusätzlichen Mittel in Höhe von 100 Mio. Euro aus dem EU-Aufbaufonds ermöglichen es nun, unsere Pläne zur Stärkung der Primärversorgung in Österreich mit voller Kraft voranzutreiben.“

Besonders Gesundheitsnetzwerke seien die Zukunft der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Gründung und Führung eines Gesundheitszentrums- oder Netzwerks seien derzeit aber noch zu kompliziert, wird kritisiert. Man stehe aber in engem Austausch mit dem Gesundheitsministerium. Das Land NÖ wird im Sinne der Versorgung am „Best Point of Care“ auch weiterhin diese Form der medizinischen Grundversorgung weiterentwickeln und unterstützen“, ergänzte Niederösterreichs Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig (SPÖ).

Im Juni 2018 war für Niederösterreich die Schaffung von 14 ärztlichen Primärversorgungszentren bis Herbst 2021 angekündigt worden. Dieses Ziel wurde, ebenso wie auch in anderen Bundesländern, deutlich verfehlt. Bisher gibt es in Niederösterreich lediglich vier dieser Zentren bzw. Netzwerke – mehr dazu in Ziel bei Primärversorgung zu hoch gesetzt (noe.ORF.at; 3.5.2021).