MIMA Spezial im Radiostudio
Katharina Sunk
Katharina Sunk
Coronavirus

Von Booster bis Novavax: Ihre Impf-Fragen

In einer Spezialsendung konnten Radio-Niederösterreich-Hörer ihre Fragen zur Corona-Schutzimpfung an Rot-Kreuz-Chefarzt Berndt Schreiner und Notruf-NÖ-Leiter Christian Fohringer stellen. Themen waren die dritte Impfung, der Novavax-Impfstoff und Omikron.

Mehr als 160 Fragen haben das Radio-Niederösterreich-Studio per Mail oder Anruf erreicht. Besonders wichtig war den Anruferinnen und Anrufern dabei die dritte Impfdosis. Wann genau die sogenannte Boosterimpfung erfolgen soll, war für viele noch unklar. „Die Faustregel ist einfach: Man hat zuerst eine Impfung, ein Monat später dann die zweite Impfung und vier bis sechs Monate später dann die dritte Impfung“, erklärte der Chefarzt des Roten Kreuzes Niederösterreich Berndt Schreiner.

Etwas komplizierter ist es für Menschen, die nach einer Impfung an Covid-19 erkrankt sind. Wenn die Infektion mehr als vier Wochen nach der Impfung erfolgt ist, dann wird sie als gleichbedeutend mit einer Impfdosis angesehen und ist somit auch im Grünen Pass auf dem Handy eingetragen. Wer zum Beispiel im Herbst nach zweifacher Impfung an Corona erkrankt ist, der müsse sich jetzt nicht um einen Boostertermin bemühen, erklärte der medizinische Leiter von Notruf Niederösterreich, Christian Fohringer.

Christian Fohringer und Berndt Schreiner
Katharina Sunk
Berndt Schreiner (links) und Christian Fohringer beantworteten die Fragen.

Welcher Impfstoff für die dritte Dosis?

Personen, die mit den Impfstoffen von Astra Zeneca oder Johnson & Johnson geimpft wurden, rät der Rot-Kreuz-Chefarzt zu einer Boosterimpfung mit Pfizer oder Moderna. „Diese Impfstoffe sind als gleichwertig anzusehen, den Impfstoff, den man zur Verfügung hat, kann man verwenden“, so Schreiner. Eine Einschränkung gibt es lediglich für Personen unter 30 Jahren. Wegen geringfügig höherer Nebenwirkungen würde für sie der Impfstoff von Pfizer empfohlen.

Der Ende Dezember in der EU zugelassene US-amerikanische Impfstoff Novavax sei derzeit noch nicht in Österreich verfügbar. Bislang gäbe es noch keine Erfahrungswerte mit dem mittlerweile fünften zugelassenen Impfstoff, so die Experten. „Für eine Boosterimpfung gibt es im Moment noch keine Empfehlung für den Novavax Impfstoff. Wir raten dazu, einen ausstehenden Booster mit einem mRNA-Impfstoff durchzuführen“, sagt Fohringer. Man plane außerdem den Novavax-Impfstoff für Personen zu reservieren, die bisher noch nicht geimpft sind und explizit auf diesen Impfstoff warten. Ab wann Novavax in Niederösterreich verimpft werden kann, sei derzeit noch unklar.

Bisher ließen sich in Niederösterreich 4.900 Personen für die Corona-Schutzimpfung mit dem proteinbasierenden Impfstoff von Novavax vorregistrieren. Seit 23. Dezember besteht die Möglichkeit, sich vormerken zu lassen. Erste Lieferungen werden Ende Jänner erhofft.

Impfung schützt vor schweren Verläufen

Sorgen machte den Hörerinnen und Hörern auch die neue Virusmutation Omikron, die mittlerweile schon eine hohe Zahl der Infektionen in Niederösterreich betrifft. „Wir wissen, dass die Impfung auch bei Omikron grundsätzlich gegen eine schwere Infektion schützt“, erklärt Fohringer. Man dürfe die Impfung allerdings nicht mit einem absoluten Schutz vor einer Infektion gleichsetzen. Den habe es auch bisher nicht gegeben.

Kein Grund sei das allerdings dafür, lieber auf das eigene Immunsystem und regelmäßiges Testen zu vertrauen. „Ein gutes Immunsystem ist natürlich sehr wichtig. Es schützt aber nicht davor, krank zu werden. Dann kommt es nämlich mit einem Erreger in Kontakt, den es so noch nicht kannte“, erklärt Schreiner. Ohne Impfung könnten selbst junge, gesunde Menschen schwer an Covid-19 erkranken.

Nur Testen wie „Verhüten mit Schwangerschaftstest“

„Das Testen hilft dabei zu verhindern, dass ich eine eigene Infektion nicht übersehe und jemand anderen anstecke“, so Schreiner: „Es schützt aber mich selbst natürlich nicht. Das wäre, als würde ich als Verhütungsmittel einen Schwangerschaftstest verwenden.“

Auch die Angst vor etwaigen Spätfolgen der Impfung sei unbegründet, beruhigen die Experten. „Impfungen gibt es seit hunderten Jahren. Nebenwirkungen treten entweder unmittelbar, oder spätestens in einem Zeitraum von sechs Wochen nach der Impfung, auf. Es gibt nicht etwa einen biologischen Spätzünder, der nach zehn Jahren im Körper explodiert und eine Krankheit hervorruft“, sagt Fohringer.