E-Auto aufladen
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Verkehr

Gemeinden kaufen vermehrt E-Autos

In Niederösterreich haben bisher mehr als 100 der 573 Gemeinden das Nachhaltige Beschaffungsservice für den Kauf von E-Autos genutzt. Damit spiegelt sich ein genereller gesellschaftlicher Trend hin zur Elektromobilität wider. Die Ziele sind jedoch ambitioniert.

162 kommunale Elektro-Kfz haben die Gemeinden innerhalb der vergangenen vier Jahre über das Beschaffungsservice angeschafft. Sie werden etwa am Bauhof, für Essen auf Rädern und für Carsharing eingesetzt, teilte die Niederösterreichische Energie- und Umweltagentur am Samstag in einer Aussendung mit. Bis Juli können Gemeinden noch E-Pkws, -Nutzfahrzeuge und -Transporter über das Service abrufen.

„Wer die benötigten E-Fahrzeuge über das Nachhaltige Beschaffungsservice Niederösterreich abruft, kann von geringerem Aufwand, Rechtssicherheit und niedrigeren Kosten profitieren“, hob Landeshauptmann-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP) hervor. Durch die bereits angeschafften Elektro-Kfz wurden der Aussendung zufolge bisher um die 7,7 Mio. Euro Kosten und rund 623 Tonnen CO2 eingespart.

Parkplatz extra für Carsharing Fahrzeuge
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Immer mehr Gemeinden setzen auf Carsharing-Projekte

Die Energie- und Umweltagentur des Landes Niederösterreich unterstützt Gemeinden von der firmenunabhängigen Beratung zur Fuhrparkumstellung über die Förderberatung bis zur Organisation der gemeinsamen Beschaffung, erklärte Geschäftsführer Herbert Greisberger.

Ziel trotz Verdoppelung bei Neuzulassungen verfehlt

Insgesamt wurden in Niederösterreich im Vorjahr 8.450 E-Fahrzeuge neu zugelassen, knapp ein Fünftel aller Neuzulassungen. Das bedeutete einen Rekord und im Vergleich zu 2020 beinahe eine Verdopplung in absoluten Zahlen. Der Privatanteil liegt im Bundesland bei 25 Prozent, die mit Abstand meisten Anschaffungen erfolgen also von Unternehmen und der öffentlichen Hand.

Auf Niederösterreichs Straßen waren im Jänner etwas mehr als 21.000 Elektroautos unterwegs, um zwei Drittel mehr als noch im Jahr zuvor. Der landesweite E-Auto-Bestand entspricht etwa einem Fünftel der österreichweit eingesetzten E-Fahrzeuge.

Der Trend zur Elektromobilität ist damit zwar eindeutig – er zeigt seit Jahren nur nach oben –, doch von den ursprünglichen Zielen ist man weiterhin weit entfernt. So hatte sich das Land bereits im Jahr 2015 vorgenommen, bis zum Jahr 2020 50.000 Elektroautos auf die Straßen zu bringen. Auch mehr als ein Jahr später ist nicht einmal die Hälfte dieser ambitionierten Vorgaben realisiert.

Weiter Weg zu neuen Zielen

Mittlerweile sind die Zielvorgaben adaptiert. Laut „Klima- & Energiefahrplan 2020 bis 2030“ soll 2025 jeder zehnte Pkw auf Niederösterreichs Straßen elektrisch unterwegs sein, 2030 soll es bereits jeder fünfte sein.

Auch das sind allerdings äußerst ambitionierte Vorhaben. So hatte Ende 2020 – dem Zeitpunkt der bisher letzten umfangreichen Erhebung der Statistik Austria – nur gut jedes 50. Fahrzeug in Niederösterreich einen Elektro- bzw. Hybridantrieb. Grob geschätzt müssten dafür in den nächsten drei Jahren fast 100.000 Elektroautos neu zugelassen werden, in den nächsten acht Jahren wären es immerhin 200.000. Voraussetzung dafür ist, dass der gesamte Fahrzeugbestand in Niederösterreich, aktuell etwa 1,1 Millionen Autos, auch in Zukunft ähnlich hoch bleibt.