Chronik

Hund getötet: Keine Spuren von Fremden

Im Fall des gefesselten und getöteten Hundes, der in einem Brunnen in Altlengbach (Bezirk St. Pölten) entdeckt worden ist, gibt es neue Erkenntnisse. Am Klebeband wurden keine Spuren von Fremden gefunden. Fest steht nun auch, dass der Hund ertrunken ist.

Seit der grausame Fall vor etwa drei Wochen bekannt wurde, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Der Besitzer hatte schon damals einen „Insider“ als Täter oder Täterin vermutet, wie er kurz nach der Tat gegenüber noe.ORF.at sagte: „Unser Hund geht nicht auf jeden zu, weil wir ihn so abgerichtet haben“, so der Mann – mehr dazu in Hund gefesselt in Brunnenschacht geworfen (noe.ORF.at; 21.4.2022).

Mittlerweile seien die Ermittler ziemlich weit in dem Fall gekommen, sagt Polizeisprecher Johann Baumschlager. Man verwende, „gleich wie bei einem Verbrechen an einem Menschen“, alle kriminaltechnischen Mittel, um diese „schreckliche Tierquälerei“ aufzuklären, so Baumschlager.

„Kein fremder Spurenträger“, weitere Spur wird untersucht

So wurde zuletzt vor allem das Klebeband untersucht, mit dem die Beine und die Schnauze des Hundes zusammengebunden waren. Im Rahmen dieser kriminaltechnischen Untersuchung wurde „kein fremder Spurenträger“ festgestellt, berichtete die Landespolizeidirektion Niederösterreich am Freitag. Gefunden wurden auf dem Band demnach nur die Spuren des Besitzers und seiner Lebensgefährtin.

Eine weitere Spur werde laut Polizei vom Bundeskriminalamt in Zusammenarbeit mit dem gerichtsmedizinischen Institut in Innsbruck ausgewertet. Nähere Details wollte man auf Nachfrage nicht nennen. Man hofft allerdings, dass diese Spur den oder die Täterin schließlich überführt. Erhebungen im Umfeld des Besitzers und der Nachbarn werden unterdessen weitergeführt.

Hund ertrank nach Überlebenskampf im Brunnen

Bekannt wurden unterdessen die Ergebnisse der veterinärmedizinischen Untersuchung. Flüssigkeit in der Lunge des Vierbeiners lässt Polizeiangaben zufolge darauf schließen, dass dieser nach einem Überlebenskampf in dem Brunnen ertrunken ist. Zuvor seien dem Tier offensichtlich Verletzungen durch stumpfe Gewalt zugefügt worden.

Der neun Jahre alte Border-Collie-Mischling ist am 21. April vom Tierbesitzer auf dessen nicht abgesperrtem Grundstück in dem sieben Meter tiefen und mit Wasser befüllten Brunnenschacht entdeckt worden. Davor war das Tier als abgängig gemeldet worden. „Meine Lebensgefährtin hat mich angerufen und mir gesagt, dass der Hund auf einmal weg ist", schilderte der Besitzer damals gegenüber noe.ORF.at.

Der Fall sorgt seitdem für großes Aufsehen. Für sachdienliche Hinweise wurden von Tierschutzorganisationen und Privatpersonen hohe Geldbeträge ausgelobt. Trotz dieser hohen Auslobungsbeträge seien allerdings nur sehr wenige Hinweise bei der Polizei eingegangen, so Polizeisprecher Baumschlager am Freitag.