Soziales

Supermarkt stellt Langzeitarbeitslose ein

Eine neue Spar-Filiale in Krems wird in Kooperation mit der Caritas und dem Arbeitsmarktservice Niederösterreich (AMS NÖ) geführt. Ältere Arbeitssuchende und Langzeitarbeitslose werden hier für ein halbes Jahr lang angestellt.

Äußerlich sind keine Abweichungen zu erkennen und doch unterscheidet sich das neu eröffnete Lebensmittelgeschäft in Krems von vielen anderen. Es wird nämlich nicht nur von der Spar-Handelskette betrieben, sondern auch vom AMS NÖ und der Caritas der Diözese St. Pölten. Damit einher geht auch eine besondere Auswahl bei den Angestellten.

In der neuen Filiale sind nämlich auch ältere Menschen und Langzeitarbeitslose beschäftigt. Zusätzlich zur Arbeit im Lebensmittelmarkt erhalten sie eine Ausbildung und Hilfe bei der weiteren Jobsuche. Ziel dabei sei es, sie wieder am regulären Arbeitsmarkt zu integrieren, heißt es in einer Aussendung der Caritas.

Derzeit werden in der Spar-Filiale in der Kremser Ringstraße 23 Transitarbeitsplätze angeboten, also eine auf sechs Monate befristete Beschäftigung, die an den den beruflichen Wiedereinstieg heranführen soll. Während der Projektzeit sollen die Teilnehmenden möglichst alle Bereiche im Handelsbetrieb durchlaufen. Dabei erhalten sie Unterstützung von Fachanleitern im Betrieb, sowie Coaching zu Themen der Sozialarbeit.

Aufgabe gibt Stabilität und Halt im Leben

„Eine Arbeit zu haben ist für die meisten Menschen mehr als nur ein Einkommen zu beziehen. Aus unserer Erfahrung im Bereich der beruflichen Integration wissen wir, dass eine Aufgabe zu haben und gebraucht zu werden, Stabilität und Halt im Leben gibt“, erklärt Hannes Ziselsberger, Caritasdirektor in der Diözese St. Pölten. Umso mehr freue es ihn, „nun auch in der Diözese St. Pölten einen Spar-Markt mit sozialem Mehrwert eröffnen zu können.“

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Krems bereits mehr als halbiert. „Wir wollen in der Stadt aber keinen Menschen zurücklassen. Mit der Etablierung des gegenständlichen Beschäftigungsprojektes können wir den aktuell 109 Langzeitarbeitslosen in der Stadt eine zusätzliche neue attraktive Perspektive eröffnen“, so der Kremser Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ).

AMS NÖ unterstützt Projekt mit 1,1 Millionen Euro

Finanziert wird das neue Projekt aus den Mitteln des AMS Niederösterreich. Die Kosten belaufen sich dabei auf rund 1,1 Millionen Euro. Die Initiative in Kooperation mit der Caritas und Spar sei „ein weiterer Schritt um Menschen mit Vermittlungshemmnissen beim beruflichen Wiedereinstieg zu unterstützen“, sagt AMS NÖ-Landesgeschäftsführer Sven Hergovich.

Die Filiale in der Kremser Ringstraße sei übrigens die einzige, in der sich Spar-Geschäftsführer Alois Huber eine hohe Mitarbeiter-Fluktuation wünsche: „Wer hier aufhört, hat mit hoher Wahrscheinlichkeit einen zukunftssicheren Job gefunden“, so Huber.