Trockener Boden, Erde auf Acker
ORF / Birgit Zrost
ORF / Birgit Zrost
Umwelt & Klima

Sechstwärmster Juli der Messgeschichte

Der Juli war sehr warm und trocken. In Seibersdorf (Bezirk Baden) gab es mit 37,8 Grad bundesweit den heißesten Tag im Juli, in Zwettl gab es um 26 Prozent mehr Sonnenstunden, in Langenlois (Bezirk Krems) hingegen um 60 Prozent mehr Niederschlag als im Schnitt.

Langenlois stellt aber eine Ausnahme dar und verdeutlicht die punktuellen Wetterereignisse, die die Klimakrise mit sich bringt. Insgesamt fiel in Niederösterreich im Juli um 34 Prozent weniger Niederschlag verglichen zum Mittel von 1991 bis 2020. Mit vereinzelten Ausnahmen fiel der Großteil des Regens aber zu Beginn und am Ende des Julis – also in großen Mengen. Deutlich zu trocken war es in Niederösterreich östlich der Traisen. In diesem Gebiet fiel laut Aufzeichnung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) um 25 bis 50 Prozent weniger Regen.

Bundesweit war es einer der 20 trockensten Julis der Messgeschichte, so Klimatologe Hans Ressl von der ZAMG. „Allerdings gab es in einigen Regionen auch Unwetter mit viel Regen in kurzer Zeit, mit Murenabgängen und kleinräumigen Überschwemmungen“, erklärt Ressl – mehr dazu in Sturm und Regen sorgten für 150 Einsätze (noe.ORF.at; 2.7.2022).

260 Sonnenstunden in Zwettl

Die Sonne schien im Juli im Vergleich zum Durchschnittswert um etwa zehn Prozent länger. Damit war es einer der 25 sonnigsten Julis in den vergangenen 100 Jahren. In Zwettl waren es etwa um 26 Prozent mehr Sonnenstunden. Die Bezirkshauptstadt verzeichnet außerdem die niedrigste Temperatur im Juli bei Orten unter 1.000 Meter Seehöhe in Niederösterreich: 4,9 Grad am 18. Juli.

Die wärmsten Julis

  • 2015: 3 Grad über Mittel
  • 2006: 2,7 Grad
  • 1983: 2,2 Grad
  • 2013 und 1994: 2,1 Grad
  • 2022: 1,4 Grad

Der Juli reiht sich in der 256-jährigen Messgeschichte auf Platz sechs der wärmsten Julimonate ein. Bundesweit war es im Vergleich zum Mittel von 1991-2020 um 1,4 Grad wärmer, bezogen auf Niederösterreich um 1,1 Grad. Verglichen mit einer früheren Periode, 1961-1990, war der Juli bundesweit sogar um 3,1 Grad zu warm.

„Im Tiefland Österreichs haben wir den sechstwärmsten Juli der Messgeschichte erlebt, auf den Bergen den siebentwärmsten“, so Klimatologe Ressl. Die niedrigste Temperatur auf den Bergen wurde im Bundesland am 11. Juli auf der Rax (Bezirk Neunkirchen) mit 4,5 Grad gemessen. Dabei gehen die Werte auch in den Nächten nicht mehr so stark zurück: In Graz lag die Tiefsttemperatur in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli bei 23,3 Grad – die höchste Tiefsttemperatur seit Messbeginn auf der Universität Graz im Jahr 1894.