Schießerei St. Pölten
ORF / Fetz
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Chronik

St. Pölten: Festnahmen nach Schussabgabe

Nach einem Polizeieinsatz mit Schussabgabe hat die Polizei zwei Beschuldigte festgenommen. Bei dem Versuch das Fahrzeug der Beschuldigten anzuhalten wurde ein Polizist durch Schüsse aus der Waffe eines Kollegen verletzt. Gegen den Beamten wird ermittelt.

Der 24-jährige Lenker und seine 28-jährige Beifahrerin wurden Samstagnachmittag am Bahnhof St. Pölten festgenommen. Die beiden wollten „mit dem Zug aus der Landeshauptstadt flüchten“, hieß es von der Landespolizeidirektion. Bei der Festnahme hatten sie Cannabis bei sich. Ausgeforscht werden konnten sie durch „herausragende kriminalpolizeiliche Ermittlungsmaßnahmen“ des operativen Kriminaldienstes und des Landeskriminalamts, hieß es.

Die Polizei wollte am späten Freitagnachmittag in der Wiener Straße ein silberfarbenes Auto kontrollieren. Der Lenker widersetzte sich, durchbrach mit dem Auto u. a. zwei von der Polizei errichtete Straßensperren. Als der Beschuldigte direkt auf einen Polizisten zufuhr, schoss ein Beamter auf die Reifen des Autos. Der Lenker und seine Beifahrerin konnten trotzdem flüchten. Das Fluchtauto stellten sie in der Landhausgarage ab – mehr dazu in Schüsse in St. Pölten: Fluchtauto sichergestellt (noe.ORF.at; 26.11.2022).

Ermittlungen gegen feuernden Polizisten

„Da der Beschuldigte bei der Straßensperre direkt auf ihn zugefahren ist, musste der Beamte von seiner Dienstwaffe Gebrauch machen“, so Polizeisprecher Stefan Loidl. Bei dieser Schussabgabe des Polizisten dürfte es „nach dem Aufprall eines Geschoßes zu einer Zersplitterung gekommen sein“, hieß es. Ein Geschoßsplitter verletzte einen Kollegen des Beamten am linken Unterschenkel. Er konnte das Uniklinikum St. Pölten nach einer ambulanten Behandlung noch am selben Abend verlassen.

Gegen den Beamten, der die Waffe betätigte, wird jetzt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt. Der Verdacht, dass auch der Mann oder die Frau aus dem Auto heraus geschossen haben könnten, habe sich nicht erhärtet, hieß es von der Polizei.

Fluchtursache weiterhin unklar

Unklar ist weiterhin warum genau sich die beiden Fahrzeuginsassen der Verkehrskontrolle entzogen haben. Bei der Einvernahme habe der 24-jährige Österreicher gestanden, das Fluchtauto gelenkt zu haben, hieß es. Auch die Beifahrerin, sie ist rumänische Staatsbürgerin, habe gestanden, im Auto gewesen zu sein. Danach hätten die beiden jede weitere Aussage verweigert.

Die tschechischen Kennzeichen des Wagens waren jedenfalls gestohlen, der Lenker hatte keinen Führerschein, und das Auto war auch nicht zugelassen. Der 24-Jährige wurde über Anordnung der Staatsanwaltschaft u. a. wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert. Die 28-Jährige wurde angezeigt.