30er Schild auf Klosterneuburg Karte
Stadtgemeinde Klosterneuburg / SchuhE
Stadtgemeinde Klosterneuburg / SchuhE
Verkehr

48 Gemeinden für Tempo 30 im Ortsgebiet

Auf Niederösterreichs Straßen gibt es seit Jahresbeginn laut VCÖ 42 Verkehrstote. Hohes Tempo und Ablenkung während des Fahrens seien die Hauptgründe. Um die Unfallzahlen zu reduzieren, setzen sich der VCÖ und 48 Gemeinden für Tempo 30 im Ortsgebiet ein.

Mit aktuell 42 Verkehrstoten in Niederösterreich sind es heuer bislang um neun Opfer weniger als in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres. Die Zahl der Verstorbenen ist damit in etwa auf dem gleichen Niveau wie während der Coronavirus-Hochphase. Durch Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen waren 2020 und 2021 weniger Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer unterwegs.

Die VCÖ-Analyse zeigt, dass die größte Opfergruppe Pkw-Insassen waren, doch auch die Zahl der Motorradunfälle steigt. In den vergangenen Tagen habe es keinen einzigen Tag gegeben, wo es in Österreich keinen schweren Motorradunfall gab, so ein Sprecher des VCÖ. Grund für einen Großteil der Unfälle seien hohes Tempo und Unachtsamkeiten, die bei schneller Geschwindigkeit besonders gefährlich seien.

Hohes Tempo und Ablenkung als Unfallverursacher

„Je höher das Tempo, desto länger der Reaktionsweg und der Bremsweg. Das Risiko eines Unfalls steigt“, erklärt VCÖ-Expertin Lina Mosshammer. Auch die Nutzung eines Smartphones am Steuer stelle nach wie vor ein großes Problem dar. Die Reaktion, die eine Person während des Telefonierens am Steuer zeige, entspreche der eines Alkolenkers mit 0,8 Promille, so Mosshammer.

Die Einführung eines niedrigeren Tempos reduziere die möglichen Folgen solcher Verkehrsvergehen. Der VCÖ hat deshalb eine Initiative zur Änderung der Straßenverkehrsordnung ins Leben gerufen. Das Tempo in Ortsgebieten soll von 50 auf 30 km/h reduziert werden.

Geschwindigkeit auf Straßen reduzieren

Österreichweit nehmen bereits über 200 Städte und Gemeinden an der Initiative „Gemeinden und Städte für Tempo 30“ teil, davon 48 in Niederösterreich. Eine Gemeinde davon ist Ernstbrunn (Bezirk Korneuburg). Bürgermeister Horst Gangl (ÖVP) betont: „Es geht um die erhöhte Verkehrssicherheit aller Bürgerinnen und Bürger, aber vor allem um die Sicherheit von Kindern im Straßenraum.“

Mit einer Fahrtgeschwindigkeit von 30 km/h habe ein Pkw im Ortsgebiet einen halb so langen Anhalteweg als mit 50 km/h, so Mosshammer. Auch auf Freilandstraßen würde sich laut der Expertin eine Beschränkung der Höchstgeschwindigkeit von 100 auf 80 km/h auszahlen. Ebenso sei der Rückbau von Raserstrecken und der Ausbau von Geschwindigkeitskontrollen mit Radarboxen wichtig.