Pavillons nach der Renovierung
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Kultur

Ausstellung soll medizinische Tabus brechen

In Mauer bei Amstetten ist im Landesklinikum der Startschuss für die Landesausstellung im Jahr 2026 gefallen. Die Schau will medizinische Tabus brechen. Eine Herausforderung wird der parallel zur Ausstellung laufende Normalbetrieb des psychiatrischen Zentrums.

Psychische Erkrankungen enttabuisieren und Betroffene sowie deren Angehörige entstigmatisieren – das ist das Ziel der Landesausstellung 2026 in Mauer. Das Organisationsteam will dazu den gesellschaftlichen Umgang mit Erkrankungen in der Vergangenheit und Gegenwart beleuchten. Zudem wird am Standort des Landesklinikums Mauer ein Gedenk- und Erinnerungsort für die NS-Verbrechen eingerichtet, um auch die gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen.

Der größte Teil der Ausstellung wird im Direktionsgebäude mit mehr als 1.000 Quadratmetern stattfinden, aber auch der Bereich des Friedhofs wird in das Konzept miteinbezogen. „Dabei hat der Schutz der Privatsphäre von Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie des Personals und somit eine ausgeklügelte Besucherführung oberste Priorität“, versicherte Regina Bauer, kaufmännische Direktorin des Landesklinikums.

Ein eigens dafür etablierter wissenschaftlicher Beirat soll dieses Versprechen sicherstellen. Der wissenschaftliche Leiter Armin Lausegger stellte bei der Auftaktveranstaltung auch erste inhaltliche Überlegungen an. Der Titel lautet „Wunder Mensch. Seelische Gesundheit im Wandel der Zeit“ und leite sich von der inzwischen 120-jährigen Rolle des Klinikums für die Behandlung seelischer Leiden ab. Auch die Jugendstilarchitektur soll eine Rolle spielen.

Mostviertel will Gesundheitsregion werden

Hinter der Bewerbung von Amstetten-Mauer stehen 31 Gemeinden aus der Region mit 110.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und rund 130 Tourismuseinrichtungen. Ziel sei es, das Mostviertel noch stärker als Gesundheitsregion zu positionieren. Ab sofort seien alle aufgerufen, kreative Projektideen einzubringen. „Innovation, Kreativität, Unternehmergeist und Achtsamkeit sind gefragt, um die Region weiter voranzutreiben“, betonte Michaela Hinterholzer, Obfrau der LEADER-Region Moststraße, einer Initiative der Europäischen Union zur Förderung innovativer Strategien zur Entwicklung ländlicher Regionen.

Sowohl Einheimische als auch Nachbarn und Gäste sollen den Lebensraum Moststraße mit neuen Augen betrachten und die kulturtouristische Qualität in der Region steigern. Bis 15. September können Vorschläge abgegeben werden, hieß es beim Auftakt im Festsaal des Landesklinikums. „Nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung kann diese Landesausstellung wirklich ein Erfolg werden.“

Allein in den Standort Mauer werden bis 2026 etwa 43 Millionen Euro für Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen investiert. Das betrifft vor allem die Schule für Gesundheits- und Krankenpflege, das Friedhofsgebäude, das Direktionsgebäude und die Häuser 22 und 23 (Wohngebäude). Weitere Maßnahmen betreffen die Einfriedung des Haupteingangs, Außenanlagen und temporäre Parkplätze sowie die Infrastruktur.