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pixabay/Dennis 112
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CHRONIK

Zahl der tödlichen Kinderunfälle erhöht

In den vergangenen zehn Jahren sind in Niederösterreich 24 Kinder bei Unfällen im Straßenverkehr getötet worden, 4.500 wurden verletzt, so die Daten der Statistik Austria. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fordert deswegen u.a. Tempo 30, mehr Öffis und mehr Geh- und Radwege.

Wenn es um tödliche Kinderunfälle im Straßenverkehr geht, kann nur eine Zahl das Ziel sein: null. In den vergangenen zehn Jahren haben besagtes Ziel auch die vier Statutarstädte in Niederösterreich (St. Pölten, Wr. Neustadt, Krems und Waidhofen/Ybbs) und acht Bezirke (Amstetten, Gmünd, Horn, Krems-Land, Lilienfeld, St. Pölten-Land, Tulln und Waidhofen/Thaya) erreicht, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt.

Leider kamen in Niederösterreich innerhalb von zehn Jahren aber 24 Kinder bei Verkehrsunfällen ums Leben, fast 4.500 wurden verletzt. In fünf Bezirken starben jeweils zwei Kinder bei Autounfällen. In Zwettl und Mistelbach waren jeweils drei Todesopfer zu beklagen, im Bezirk Scheibbs sogar vier. Allein dieses Jahr kosteten Verkehrsunfälle vier Kindern das Leben.

Die Mobilitätsorganisation VCÖ betont, dass besonders in Ortsgebieten, wo Kinder zur Schule gehen oder ihre Freizeit verbringen, Sicherheit gewährleistet werden muss. Verkehrsberuhigung, ein lückenloses Netz an ausreichend breiten Gehwegen und eine gute Rad-Infrastruktur seien wichtige Maßnahmen für ein kindergerechtes Verkehrssystem. Auch Schulstraßen erhöhen die Sicherheit der Kinder. Bei Schulstraßen wird eine halbe Stunde vor Schulbeginn die Straße vor der Schule in eine autofreie Fußgängerzone umgewandelt.

Tempolimit 30 für die Sicherheit

Gefahren sind zu hohes Tempo und zu viele Autos, unübersichtliche Kreuzungen und Straßenübergänge oder fehlende Geh- und Radwege. „Wird ein Kind von einem Pkw mit 50 km/h angefahren, dann entspricht das einem Sturz aus zehn Meter Höhe. Deshalb ist es so wichtig, dass es im Ortsgebiet mehr Verkehrsberuhigung und mehr Tempo 30 gibt“, verdeutlicht VCÖ-Expertin Lina Mosshammer.

Österreichweit mehr als 280 Gemeinden und Städte – darunter 65 aus Niederösterreich, wie Hollabrunn, Horn, Klosterneuburg (Bezirk Tulln), Melk und Retz (Bezirk Hollabrunn) – fordern von Österreichs Bundesregierung eine Reform der Straßenverkehrsordnung, damit es leichter wird, Tempo 30 umzusetzen, etwa auf Straßen vor Kindergärten, Schulen oder Seniorenheimen – mehr dazu unter 56 Gemeinden drängen auf Tempo 30 im Ort (noe.ORF.at; 15.07.2023).

Der Ausbau und die Verbesserung von öffentlichen Verkehrsmitteln kann ebenfalls einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit von Kindern leisten, so der VCÖ. Einerseits bietet es Kindern die Möglichkeit sicherer mobil zu sein, zum anderen können dann auch mehr Erwachsene auf Bahn oder Bus umsteigen, wodurch die Unfallgefahren durch Autos zurückgehen.