Gymnasium Mödling
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Bildung

Millionen für Gymnasien im Wiener Umland

Der Bedarf an Gymnasien im Wiener Umland steigt weiter. Zuletzt wurden 65 Millionen Euro in den Ausbau des Gymnasiums Keimgasse in Mödling gesteckt. Niederösterreichweit dreht sich der Trend jedoch erstmals um: Die Mittelschule wird immer beliebter.

Kurz vor dem Start der Semesterferien wurde am Donnerstag der Ausbau des Gymnasiums in Mödling, das bereits seit 1897 besteht, eröffnet. Vier Jahre dauerten die Umbauarbeiten bei laufendem Lehrbetrieb – der Ausbau war dringend notwendig, denn mit mehr als 1.000 Schülerinnen und Schülern platzte die Schule aus allen Nähten, so Direktor Michael Päuerl: „Für unseren Schulstandort war es extrem wichtig. Wir hatten zuletzt 29 Klassenräume für 45 Schulklassen.“

Der alte historische Trakt wurde renoviert, neu errichtet wurden ein moderner Zubau sowie die Turnhalle. 65 Millionen Euro steckte die Bundesimmobiliengesellschaft in den Ausbau des Gymnasiums, insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren 330 Millionen Euro in den Um- und Neubau von Schulen in Niederösterreich investiert – ein Fokus liegt dabei auf den Gymnasien im Wiener Umland, weil dort der Bedarf so hoch ist.

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Das Gymnasium Keimgasse in Mödling bekam einen neuen Zubau sowie eine neue Turnhalle, der alte Teil wurde renoviert

Sechs Schulen werden derzeit umgebaut

In Klosterneuburg (Bezirk Tulln), Perchtoldsdorf (Bezirk Mödling), Wiener Neustadt, Baden, Gerasdorf (Bezirk Korneuburg) und Hainburg (Bezirk Bruck an der Leitha) laufen derzeit Bauarbeiten an Schulen. Bereits fertiggestellt sind neben Mödling der Zubau in Gänserndorf sowie der Neubau des Wienerwaldgymnasiums in Tullnerbach (Bezirk St. Pölten).

Blauer Punkt: fertiggestellte Gymnasien, schwarzer Punkt: Ausbau/Neubau

Jahrelang entschieden sich niederösterreichweit die meisten Jugendlichen für den Besuch eines Gymnasiums. Der Trend im städtischen Umfeld gehe weiterhin ganz klar in diese Richtung, so Direktor Päuerl: „Mödling und Baden sind Regionen, die sehr bildungsaffin sind. Das heißt, die Eltern wünschen sich für ihre Kinder eine sehr gute Bildung.“

Trendumkehr: Immer mehr gehen in die Mittelschule

Niederösterreichweit gibt es allerdings eine Trendumkehr: Die Mittelschule wird immer beliebter. 63 Prozent der Erstklassler besuchten heuer in der 5. Schulklasse die Mittelschule, 37 Prozent ein Gymnasium. „Man sieht, dass es zum ersten Mal seit vielen Jahren etwas weniger junge Menschen gibt, die sich für das Gymnasium entschieden haben und ein bisschen mehr, die in die Mittelschule gehen wollen“, so Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP).

„Die Mittelschulen sind eine ganz wichtige Institution und spielen eine ganz wichtige Rolle“, betont Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP): „Es wird natürlich auch in die Mittelschulen investiert.“