Wirtschaft

LGA: Gehaltszettel weiter nur über ID Austria

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesgesundheitsagentur (LGA) können ihre monatlichen Bezugszettel nur mit der ID Austria einsehen. An einer Alternative wird seit Dezember gearbeitet, bisher aber erfolglos.

Ohne der digitalen Identität ID Austria ist man innerhalb der Landesgesundheitsagentur – zu der etwa alle Landeskliniken und Landespflegeheime gehören – auf die Kulanz der Lohnverrechnung angewiesen. In Ausnahmefällen würden die Kolleginnen und Kollegen der Abteilung das Dokument auch in Papierform schicken, heißt es aus dem Betriebsrat.

Die digitale Identität in der Basisversion ist Voraussetzung, um die gearbeiteten Stunden, Zuschläge und Zulagen einzusehen. Für die Basisversion braucht man ein Mobiltelefon und Internetzugang. Mit der Umstellung auf die ID Austria Anfang Dezember war sogar die Vollversion notwendig, um seinen Gehaltszettel zu erhalten. „Da haben wir viele Beschwerden bekommen, weil dafür braucht man auch Fingerprint und Gesichtserkennung und das wollten viele nicht“, erzählt Gottfried Feiertag, Vorsitzender des Zentralbetriebsrates.

Zwang zur digitalen Identität?

Als „fragwürdig“ bezeichnete „epicenter.works“ die Voraussetzung der ID Austria in einem ORF-Interview im Dezember. Der Verein setzt sich für Datenschutz und Bürgerrechte im digitalen Raum ein. Auch die EU plant eine digitale Identität, da sei aber festgeschrieben, dass niemand durch die Hintertür zur Verwendung gezwungen werden dürfe, so „epicenter.works“-Geschäftsführer Thomas Lohninger. Das müsse auch in Österreich gelten.

Zurück zur Papierform will der Zentralbetriebsrat nicht, da 28.000 Gehaltszettel auszudrucken und zu verschicken nicht mehr zeitgemäß sei. Schon vor der ID Austria brauchte das LGA-Personal die Handysignatur, also den Vorläufer der ID Austria, um den Gehaltszettel zu bekommen. Aus der Belegschaft heißt es, dass sich deswegen viele schon länger ihre Gehaltszettel nicht mehr ansehen würden. Der Betriebsrat rät dazu, die Stunden und Bezüge immer zu kontrollieren.

Warten auf Alternative

Betriebsratsvorsitzender Feiertag wünscht sich eine Alternative über das Dienstzeitprogramm: „Da kann ich dann in der Dienststelle, wenn ich eingeloggt bin, auf den Zettel als PDF-Dokument zugreifen“, erklärt er. Dafür müsse aber noch eine Schnittstelle programmiert werden. Er hofft, dass dieser zweite Weg ab März für das Personal verfügbar ist.

Von der Landesgesundheitsagentur heißt es gegenüber noe.ORF.at: „Aktuell wird noch intensiv gemeinsam mit dem Zentralbetriebsrat geprüft, eine Alternative zu finden, die den Abruf des Bezugsnachweises auch in PDF Form ermöglicht.“