Urwald der Alpen - Wildnisgebiet Dürrenstein

Das Wildnisgebiet Dürrenstein ist am 23. September Mittelpunkt der ORF-Sendung „Erlebnis Österreich“. Um 16.25 Uhr wird die Sendung über das UNESCO-Weltnaturerbe auf ORF 2 ausgestrahlt.

Sendungshinweis

„Erlebnis Österreich“, 23.9.2018, 16.25 Uhr, ORF 2

Seit dem Vorjahr ist das Wildnisgebiet Dürrenstein in den Ybbstaler Alpen Österreichs erstes UNESCO-Weltnaturerbe – eine einzigartige Landschaft mit dem größten Urwaldrest des Alpenbogens, dem Urwald Rothwald. Hier leben und gedeihen Fauna und Flora weitestgehend ohne menschlichen Eingriff.

Ein „Erlebnis Österreich“ aus dem ORF Landesstudio Niederösterreich (Gestaltung: Andi Leitner) zeigt in spektakulären Bildern die Schönheit dieses Gebietes im südwestlichen Niederösterreich. Unberührte Wälder und gefährdete Lebewesen bleiben hier ungestört. Die Natur wird in ihrer Vielfalt auch für kommende Generationen erhalten.

Um die Naturlandschaft nachhaltig zu schützen, ist Wanderern der Zutritt nur im Rahmen von geführten Exkursionen bzw. auf einigen wenigen freigegebenen Wegen erlaubt. Ein neues, in Lunz am See entstehendes „Haus der Wildnis“ wird aber schon bald allen Interessierten tiefe Einblicke in das Wildnisgebiet geben. Dieses Weltnaturerbe-Zentrum, dessen Pläne der TV-Film vorstellt, soll den besonderen Wert der Region dokumentieren und Ausgangspunkt für bewusstes Naturerleben in Niederösterreich sein.

Fotos für EÖ Dürrenstein

Hans Glader

Das Wildnisgebiet Dürrenstein liegt im Bezirk Scheibbs und umfasst 3.500 Hektar

Wissenschaftliche Projekte im Wildnisgebiet

Im „Erlebnis Österreich“ werden aber auch verschiedene wissenschaftliche Projekte im Wildnisgebiet vorgestellt. Dabei stehen oft die Folgen des Klimawandels für Fauna und Flora im Blickpunkt: So werden in einem dreijährigen Programm die geänderten Bedingungen für das Alpenschneehuhn erforscht. Sein Lebensraum – offene Flächen wie Wiesen und Matten – wird durch den stetigen Anstieg der Baumgrenze im alpinen Raum eingeschränkt.

Untersucht wird auch der Lebensraum der bis zu 100 Schnecken-Arten im Wildnisgebiet Dürrenstein. Aufgrund ihrer jeweils lokalen Vorkommen gelten sie als starkes Indiz für Umweltveränderungen. Und auch ein Projekt zur Wiederansiedlung einer speziellen Eulen-Art läuft seit dem Jahr 2009: Der Habichtkauz galt als Folge stark veränderter Lebensbedingungen und gezielter Verfolgung in Österreich bereits als ausgestorben.

Bisher wurden 70 Tiere ins Wildnisgebiet Dürrenstein und das umgebende Natura 2000-Gebiet Ötscher-Dürrenstein gebracht und freigelassen. Die Käuze sind mit einem Sender ausgestattet – so können ihre Reviere bzw. Streifgebiete erfasst und ihr langfristiges Verhalten analysiert werden.

Geforscht wird im Wildnisgebiet auch über den Borkenkäfer. Der ist in der ökonomisch orientierten Forstwirtschaft als bedeutender Schädling gefürchtet und wird deshalb mit großem Aufwand bekämpft.

Im Wildnisgebiet hingegen ist er Partner und natürlicher Teil des Ökosystems. Der Käfer trägt hier u.a. maßgeblich zur beschleunigten Umwandlung der sekundären Fichtenbestände in standorttypische Mischbestände bei.

Schließlich wird auch dokumentiert, wie behutsame, zeitlich und räumlich klar definierte Management-Maßnahmen den ursprünglichen, natürlichen Bestand der Waldflächen langfristig schützen und fördern.

Fotos für EÖ Dürrenstein

Hans Glader

Seit 2017 ist das Wildnisgebiet Dürrenstein UNESCO-Weltkulturerbe

Spendenaktion „Haus der Wildnis“

Das Land Niederösterreich errichtet mit privaten Unterstützern ein „Weltnaturerbe-Zentrum“ - „Das Haus der Wildnis“. Um die Finanzierung zu unterstützen, startet ab dem 7. September eine Spendenaktion. Die Gemeinde Lunz am See wird das Grundstück mit dem darauf befindlichen Kellerrohbau zu Verfügung stellen. Die Planung und Einrichtung des Gebäudes wird unentgeltlich von Firmen unterstützt. Die Ausstellung und Innengestaltung wird von dem Land Niederösterreich gefördert. Um das Haus der Wildnis zu realisieren, wird um Ihre Unterstützung gebeten.

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