Haydn, Schiele, Kramer, Kokschka

Eine TV-Produktion aus dem ORF Landesstudio NÖ mit dem Titel „Haydn, Schiele, Kramer, Kokoschka - Ihre Wurzeln in Niederösterreich“ zeigt die Geburtsorte der Künstler und erzählt von ihrem Werdegang.

Sendungshinweis

„Unterwegs in Österreich“, 20.4.2019, 16.30 Uhr, ORF2

Weltberühmt und umstritten, bejubelt und verfolgt... und alle stammen sie aus Niederösterreich: So unterschiedlich Leben und Karrieren des Komponisten Joseph Haydn, des Malers Egon Schiele, des Lyrikers Theodor Kramer und des Malers und Grafikers Oskar Kokoschka auch verlaufen sind – sie haben doch gemeinsame Wurzeln. Und die liegen in Niederösterreich: An unscheinbaren Orten, auf kleinen Bauernhöfen, in historischen Bahnhofsgebäuden.

Franz Joseph Haydn

Franz Joseph Haydn wurde am 31. März 1732 als zweites von zwölf Kindern des Wagners und späteren Marktrichters Mathias Haydn und dessen Ehefrau Maria in Rohrau im heutigen Bezirk Bruck/Leitha geboren.

Im kleinen Bauernhaus wurde oft gesungen, die musikalische Begabung des Kindes blieb nicht verborgen. Haydn wurde Chorsänger im Wiener Stephansdom, später Musikdirektor des Grafen von Morzin und schließlich langjähriger Kapellmeister der Fürsten Esterhazy. Große Konzerttourneen führten ihn u.a. mehrmals nach England. Er starb 1809 in Wien. Haydns Geburtshaus ist heute Erinnerungs- und Konzertstätte.

Haydn, Schiele, Kramer, Kokoschka in NÖ

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Das Geburtshaus Haydns in Rohrau

Egon Leo Adolf Ludwig Schiele

Egon Leo Adolf Ludwig Schiele wiederum wurde am 12. Juni 1890 in einem Bahnhof in Tulln an der Donau geboren. Er war das dritte Kind des Bahnhofsvorstandes Adolf Eugen Schiele und dessen Gattin Marie. Seine außergewöhnliche zeichnerische Begabung wurde im Gymnasium in Klosterneuburg entdeckt, bereits im Alter von 16 Jahren wurde er an der Wiener Akademie der Bildenden Künste aufgenommen.

Nach Stationen in Wien und Cesky Krumlov kam Schiele nach Neulengbach. Dort wurde er wegen angeblicher Entführung und Schändung eines Mädchens verhaftet und wegen Verbreitung „unsittlicher Zeichnungen“ verurteilt. Danach wurde wieder Wien der Lebensmittelpunkt, wo er 1918 an Spanischer Grippe starb. Die Bahnhofs-Wohnung in Tulln ist heute öffentlich zugänglich, in der Stadt wurde darüber hinaus ein Egon Schiele-Museum eingerichtet.

Haydn, Schiele, Kramer, Kokoschka in NÖ

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Über das Leben Schieles können sich alle Interessenten im Museum in Tulln informieren

Theodor Kramer

Theodor Kramer war Sohn des Gemeindearztes Max Kramer und seiner Mutter Babette. Am 1. Jänner 1897 in Niederhollabrunn im Weinviertel geboren, haben ihn bis zum Besuch der Realschule in Wien die dörfliche Kultur und die Menschen der Region geprägt. Dieses Milieu nimmt in seinen 12.000 Gedichten (von denen bisher 2.000 veröffentlicht sind) einen wichtigen Platz ein.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich wurde Kramer als Jude mit Berufsverbot belegt, er flüchtete 1939 nach London. Erst kurz vor seinem Tod im Jahr 1958 kehrte der Lyriker nach Österreich zurück. In seinem Geburtshaus ist heute eine Ausstellung der Theodor-Kramer-Gesellschaft untergebracht.

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Lyriker Theodor Kramer

Oskar Kokoschka

Oskar Kokoschka kam am 1. März 1886 in Pöchlarn im Mostviertel zur Welt. Der Vater des späteren Malers, Grafikers und Schriftstellers war Handelsreisender. Die Familie übersiedelte nach Wien, Kokoschka besuchte dort die Kunstwerbeschule. Danach führte ihn die künstlerische Karriere führte durch Europa, Nordafrika und Gebiete um das östliche Mittelmeer, ehe die Nationalsozialisten ihn als den „Entartetsten der Entarteten“ diffamierten.

Kokoschka galt als „Hitlers Kunstfeind Nr.1“ und flüchtete 1938 nach Großbritannien – erst 1975 nahm er wieder die österreichische Staatbürgerschaft an. Er starb 1980 in der Schweiz.

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Das Geburtshaus Kokoschkas ist heute Museum und Galerie