Facebookparty endet im Chaos

Via Facebook hat in Klosterneuburg ein Jugendlicher zu einer Party nach dem Vorbild eines Films aufgerufen, trotz Absage kamen siebenhundert Gäste. Die Folge war ein Chaos, das von 80 Polizisten beendet werden musste.

Der 15-Jährige wollte auskosten, dass seine Eltern auf Urlaub waren, und lud via Facebook zu einer Party am vergangenen Samstag. Ein fataler Fehler: Innerhalb kürzester Zeit sagten 1.600 Partywütige ihr Kommen zu. Der Jugendliche sagte die Party daher wieder ab, doch Unbekannte riefen auf Facebook dazu auf, dennoch zu kommen.

Rädelsführer riefen zum Sturm der Sperre auf

Und so fanden sich gegen 20.00 Uhr bereits 200 Menschen vor dem Wohnhaus ein. Im Laufe des Abends wurden es immer mehr, nach Angaben der Polizei etwa 700, manche Partygäste reisten sogar aus Kärnten an. In der sonst beschaulichen Wohnstraße in Klosterneuburg herrschte somit Ausnahmezustand: diverse Schlachtgesänge wurden angestimmt, vorbeikommenden Fahrzeugen wurde gewinkt und Alkohol floss, einige Jugendliche begannen allerdings auch, mit Bierflaschen und Knallkörpern um sich zu werfen. „Die Rädelsführer riefen mit Megaphonen auch zum Sturm der Polizeisperre auf“, heißt es beim Bezirkspolizeikommando Wien-Umgebung.

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Insgesamt 80 Polizisten waren notwendig, um Anrainer zu schützen, die Meute in den Griff zu bekommen und die Party gegen 23.00 Uhr schließlich zu beenden. Verletzt wurde niemand, allerdings entstand Sachschaden, daher sollen die Verantwortlichen nun ausgeforscht werden. Ihnen drohen Strafanzeigen sowie zivilrechtliche Klagen wegen Sachbeschädigung.

Veranstalter suchte Unterschlupf bei Großeltern

Der 15-Jährige selbst brachte sich bereits vor der Party in Sicherheit und fand Unterschlupf bei seinen Großeltern in Wien. Ob auch er mit Konsequenzen rechnen muss, ist noch offen. Er könnte möglicherweise nach dem Veranstaltungsgesetz bestraft werden und für den Einsatz der Polizei aufkommen müssen - das wird derzeit aber noch von Juristen der Sicherheitsdirektion und der Bezirksverwaltungsbehörde geprüft.

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