Kulturpreise des Landes vergeben

Die Kulturpreise des Landes Niederösterreich 2018 sind am Freitagabend im Festspielhaus Sankt Pölten überreicht worden. In acht Sparten, darunter Literatur, Musik, Architektur und Volkskultur, wurden Preisträger erkoren.

Im Bereich Literatur wurde die 95-jährige Schriftstellerin Ilse Helbich mit dem Würdigungspreis ausgezeichnet, die ihren ersten Roman im Alter von 80 Jahren veröffentlicht hat. Acht Bücher hat sie in den letzten 15 Jahren geschrieben. Mit dem Lyrikband „Im Gehen“ (2017) hat sie ihre schriftstellerische Arbeit beendet. Älter werden ist wesentlich verbunden mit der Erfahrung des Verschwindens von Menschen, Dingen und Erinnerungen, dagegen stemmt sie sich mit ihrer Form der Literatur. Ilse Helbich bewohnt ein Haus im Kamptal.

Video zur Kategorie Literatur

In einer Videozuspielung, gestaltet vom ORF Niederösterreich, werden die Gewinnerinnen der Sparte Literatur vorgestellt.

Die Anerkennungspreise erhielten die jungen Autorinnen Magda Woitzuck und Milena Michiko Flasâr. Die Würdigungspreise aller Kategorien sind mit jeweils 11.000 Euro dotiert, die beiden Anerkennungspreise mit 4.000 Euro.

Besonderes Augenmerk gilt der Architektur

Einen kleinen Schwerpunkt bei den niederösterreichischen Kulturpreisen 2018 bildet die Baukunst. Denn neben der Kategorie Architektur, die nur alle zwei Jahre als Kulturpreis ausgelobt wird, ist der diesjährige Sonderpreis dem „hochwertigen Bau in sensibler Umgebung“ gewidmet. Diesen Würdigungspreis erhielten die Architekten Christian Jabornegg und András Palffy, für ihre baukünstlerische Lösungen im Stift Altenburg.

Die Gewinner der Kategorie Architektur

Beginnend mit dem Architekten Franz Gschwandner werden die Gewinner der Sparte Architektur im Video gezeigt.

Der Würdigungspreis für Architektur ging an das Architekturbüro „the next ENTERprise Architects“ von Marie-Therese Harnoncourt-Fuchs und Ernst J. Fuchs für die Gestaltung des „Wolkenturms“, der Freiluftarena im Schlosspark Grafenegg. Franz Gschwandner erhielt den Architektur-Anerkennungspreis für die Gestaltung des Kindercampus Hainburg, das Team „Poppe*Prehal“ für den Bau des Turnsaales beim Stift Seitenstetten.

Digitaler Wandel braucht Achtsamkeit

„Der digitale Wandel eröffnet neue Möglichkeiten und Chancen in unserer Arbeitswelt, aber auch im Kulturbereich, indem Kunstwerke zunehmend mit Hilfe neuer Technologien entstehen und veröffentlicht werden. Zugleich sind wir ständig gefordert, der Innovation dort wie da eine menschliche Dimension zu geben und dabei wachsam, achtsam und sensibel mit den Entwicklungen unserer Zeit umzugehen“, erklärte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Sie dankte den Künstlern für deren exzellenten Werke und deren kritischen Blick auf unsere Zeit.

Festrednerin Travnicek auf der Bühne

Wolfgang Simlinger

Festrednerin Cornelia Travnicek

Die Schriftstellerin Cornelia Travnicek, selbst Gewinnerin eines Kulturpreises 2012, hielt die Festrede. Sie sprach über die Notwendigkeit des Mitgefühls für unser kollektives Menschsein und forderte einen Welttag der Empathie, den sie frei nach Erich Kästner für 35. Mai festlegte.

Breites Spektrum der Kunst ausgezeichnet

Seit dem Jahr 1960 werden die niederösterreichischen Kulturpreise vergeben. Bisher gab es rund 1.000 Ausgezeichnete. In insgesamt Kategorien wurden die Preisträgerinnen und Preisträger 2018 durch eine Fachjury ermittelt.

Medienkunst, Experimental- und Animationsfilm:
Würdigungspreis. Eve Heller
Anerkennungspreis: Christina Perschon
Anerkennungspreis: Victoria Schmid

Bildende Kunst:
Würdigungspreis: Ernst Skrička
Anerkennungspreis: Ines Hochgerner
Anerkennungspreis: Christina Werner

Erwachsenenbildung:
Würdigungspreis Rosemarie Rupp
Anerkennungspreis: Bob Martens und Herbert Peter
Anerkennungspreis: Verschönerungsverein Eichenbrunn

Musik:
Würdigungspreis: Christian Altenburger
Anerkennungspreis: Hannes Raffaseder
Anerkennungspreis: Verein „Podium Festival Österreich“

Volkskultur und Kulturinitiativen:
Würdigungspreis: Isolde Kerndl
Anerkennungspreis: Familiengesang Knöpfl
Anerkennungspreis: Forumschlosswolkersdorf

Literatur:
Würdigungspreis: Ilse Helbich
Anerkennungspreis: Milena Michiko Flašar
Anerkennungspreis: Magda Woitzuck

Sonderpreis:
Hochwertiges Bauen in sensibler Umgebung
Würdigungspreis: Christian Jabornegg und András Pálffy
Anerkennungspreis: Barbara und Christoph Beranek-Pauschitz
Anerkennungspreis: Horst Zauner

Architektur:
Würdigungspreis: the next ENTERprise Architects GmbH
Anerkennungspreis: Franz Gschwantner
Anerkennungspreis: poppe*prehal Architekten