Rätsel um Plastikflaschen neben Autos

Seit ein paar Wochen findet man in etlichen Siedlungen mit Wasser gefüllte Plastikflaschen am Straßenrand, an Gartenzäune gelehnt oder neben parkenden Autos. Ein Rätsel mit einer tierischen Lösung.

Der Herbst ist da. Die Blätter verfärben sich, der Sturm schmeckt und die Plastikflaschen mit Wasser wachsen wie die Schwammerl aus dem Boden. Aufgestellt natürlich von Menschenhand. Des Rätsels Lösung ist einfach. Die Marder, die jetzt wieder gerne in warme Motorräume klettern, sollen abgeschreckt werden.

„Es hilft immer dann, wenn der Marder im Bodenbereich läuft und daran vorbeiläuft. Wenn er von oben runterspringt, habe ich die Spuren am Dach auch“, sagt Harald Leitgeb, Leiter der Fahrschule in Neulengbach. Er stellt die Plastikflaschen mit großer Hingabe auf.

Warum sollen ausgerechnet Plastikflaschen helfen, die Marder abzuschrecken. Die Vermutungen sind vielfältig: „Angeblich durch die Wasserschwingungen“, oder „Der Kunststoff soll den Marder nicht bekommen.“

Plastikflasche steht neben Auto

ORF

Marder-Geheimmittel meist wirkungslos

Der ÖAMTC hat die gängigsten Marder-Abschreckmethoden getestet, mit dem Fazit, dass die meisten Geheimmittel kaum helfen.

Sendungshinweis

„NÖ heute“, Sendung vom 29. September 2011.

„Hundehaare haben keinen Erfolg. Glitzernde Teile können etwas bringen, vor allem wenn sie sich bewegen. Aber nur 40 Prozent der Marder lassen sich davon abschrecken. Das einzige, was unterm Strich übrigblieb, ist der Weidezaun“, sagt Stefan Kerbl vom ÖAMTC. Der Weidezaun ist ein stromführendes Kabel, das im Motorraum dort verlegt wird, wo der Marder nicht hineinbeißen sollte. „Er berührt es, kriegt einen Schrecken und verlässt das Fahrzeug.“ Wissenschaftlich gesehen bieten die Plastikflaschen also kaum einen Schutz.