Kasematten werden generalsaniert

Die Kasematten in Wiener Neustadt, ein ehemaliges unterirdisches Waffenlager, sind neben dem Stadtmuseum der zweite Standort für die Landesausstellung 2019. Dafür soll das historische Juwel generalsaniert werden.

Für die Umgestaltung der Kasematten, die 1531 errichtet wurden, wurde ein internationaler Architektenwettbewerb ausgeschrieben. 54 Büros beteiligten sich und sandten ihre Entwürfe für die 2.700 Quadratmeter große, gewölbte Anlage ein. Unter dem Titel „Kasematten und Neue Galerie Wiener Neustadt“ wurde am Mittwoch das Ergebnis der Ausschreibung präsentiert. Aus allen Projekteinreichungen wählte eine Jury das des slowenischen Architekturbüros Bevk Perovic aus Laibach aus.

Zum Projekt gehören unter anderem die drei bestehenden unterirdischen Gewölberäume. Sie sollen saniert und für Ausstellungsflächen genutzt werden. Ein neuer Vorplatz soll ebenfalls entstehen und die Stadt mit den Kasematten verbinden. Auch ein Cafe sowie die „Neue Galerie“ sehen die Pläne des slowenischen Architekten-Büros vor. Ein Welcome-Center soll als Foyer für die „Neue Galerie“ dienen. Es handle sich beim Siegerprojekt „nicht um ein isoliertes architektonisches Projekt“, sondern um ein Projekt „das sich aus der Geschichte des Ortes definiert“, begründete der Vorsitzende der Jury, Andras Palffy, die Entscheidung.

Bauarbeiten dauern bis 2018

Seitens des Landes investiere man insgesamt 25 Millionen Euro in die Landesausstellung 2019. Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) betonte, das Großereignis solle „ein Schlüssel sein, dass nicht nur die Stadt, sondern auch das Stadtumland einen Impuls zur Weiterentwicklung bekommt“. Etwa die Einbindung der Regionen Bucklige Welt und Wechselland, Welterbe-Region Semmering-Rax, Schneebergland und Wiener Neustädter Kanal. Anknüpfungspunkte seien dabei die Bereiche Kultur, Kulinarik, Natur und Freizeit, so Pröll.

„Die Landesausstellung 2019 ist die Trägerrakete, um Wiener Neustadt wieder auf die Überholspur zu führen. Rund 900 Tage bleiben noch, um uns auf dieses Großereignis vorzubereiten“, sagte Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) bei der Präsentation.

Nachdem nun das Architektenbüro feststeht, laufen derzeit die Ausschreibungen für Baufirmen, heißt es am Mittwoch. Mitte 2017 soll dann mit den Umbau- und Sanierungsarbeiten begonnen werden. Die Bauarbeiten werden bis Ende 2018 andauern, dann werden die „Neue Galerie“ und die Kasematten für die Landesausstellung 2019 vorbereitet. Nach der Landesausstellung sollen die Kasematten als dauerhafte kulturelle Einrichtung für Ausstellungen, Konzerte, Kongresse und diverse Veranstaltungen nutzbar sein.

Älteste Teile aus dem 12. Jahrhundert

Wiener Neustadt zählte im Mittelalter zu den am stärksten befestigten Städten Europas. Die wehrhafte Anlage mit einer turmbewehrten Stadtmauer, vier Stadttoren und einem vorgelagerten Wassergraben schützte die Stadt. Ein umlaufender Bereich, der Zwinger zwischen der Stadtmauer und der niedrigeren Zwingermauer, bot zusätzlichen Schutz. Mit den nach 1531 errichteten Kasematten ließ König Ferdinand I. die gewaltige Befestigung weiter ausbauen.

Visualisierung Kasematten
Architekt Bevk Perovic
Auf 2.500 Quadratmetern sollen zukünftig Ausstellungen und Konzerte stattfinden

Die ältesten Teile der Kasematten stammen vom Ende des 12. Jahrhunderts, der Zeit der Stadtgründung. Zu- und Umbauten erfolgten im 13., 15., 16. und 17. Jahrhundert. Die Kasematten umfassen 39 Räume, gebaut wurden sie mit Steinen aus den Fischauer Steinbrüchen.

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