AMS: Arbeitslosigkeit könnte heuer sinken

Erfreuliche Nachrichten gibt es vom Arbeitsmarkt. Wie die Halbjahresbilanz des AMS Niederösterreich zeigt, kurbelte das Wirtschaftswachstum die Beschäftigung an. Im Jahr 2017 könnte die Arbeitslosigkeit seit Jahren erstmals sinken.

Mehr als 51.000 Menschen, die von Anfang Jänner bis Ende Juni beim AMS Niederösterreich als arbeitsuchend gemeldet waren, konnten wieder eine Arbeit aufnehmen. Das sind 3,6 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Positiv ist laut AMS Niederösterreich außerdem, dass um 12,6 Prozent weniger junge Menschen arbeitslos sind.

Besonders Männer haben vom nachhaltigen Wirtschaftswachstum in Österreich profitiert, heißt es von Seiten des AMS. Die Zahl der arbeitslosen Niederösterreicher ging um 0,7 Prozent zurück. Bei den Frauen nahm die Arbeitslosigkeit im letzten Halbjahr hingegen sogar um 0,5 Prozent zu.

Mangel an Fachkräften

Bei den Stellenbesetzungen waren es in den vergangenen sechs Monaten um 3.089 mehr als im ersten Halbjahr 2016. Insgesamt vermittelten die AMS-Beraterinnen und AMS-Berater bzw. die AMS-Online-Tools 32.867 freie Stellen an passende Arbeitskräfte.

„Dabei stellen wir in bestimmten Regionen Niederösterreichs schon einen erheblichen Mangel an Fachkräften fest. So dauert aktuell die Suche nach einem passenden Mitarbeiter im Bezirk Amstetten bereits 51 Tage, im Bezirk St. Pölten dagegen ist diese um 20 Tage kürzer“, erklärte AMS-Landesgeschäftsführer Karl Fakler.

„Aktion 20.000“ in Baden gestartet

Mit der Initiative der Bundesregierung „Aktion 20.000“ will das AMS weiter das Problem der steigenden Langzeit- und Altersarbeitslosen bekämpfen. Ziel ist es, über Förderung des AMS zusätzliche Arbeitsplätze bei Gemeinden und gemeinnützigen Organisationen einzurichten, die exklusiv langzeitbeschäftigungslosen Personen (Anm.: Ein Jahr und länger beim AMS vorgemerkt) im Alter ab 50 zur Verfügung stehen.

Laut dem AMS gelingt es zwar immer mehr Arbeitssuchenden der Generation 50plus am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen, die Jobsuche dauert jedoch etwa drei Mal so lange wie für jüngere Menschen. Für die „Aktion 20.000“ wurde der Bezirk Baden als Pilotregion für Niederösterreich ausgewählt, weil hier der Anteil an älteren Personen besonders hoch sei. Über die Aktion werden Lohn- und Lohnnebenkosten eines kollektivvertraglich entlohnten Beschäftigungsverhältnisses für die Dauer von bis zu zwei Jahren gefördert. Dabei kann die Förderung bis zu 100 Prozent betragen.

„Wir rechnen damit, dass wir bis Jahresende 100 neue Dienstverhältnisse im Rahmen der ‚Aktion 20.000‘ im Bezirk Baden fördern können“, zeigte sich Fakler zuversichtlich. Über das gesamte Jahr 2017 gesehen ist dadurch ein Minus bei den Gesamt-Arbeitslosenzahlen möglich, heißt es beim AMS.

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