St. Pölten bewirbt sich als Kulturhauptstadt 2024

St. Pölten bewirbt sich als erste Stadt Österreichs als Europäische Kulturhauptstadt 2024. Das Land Niederösterreich und die Landeshauptstadt würden im Rahmen dieses „Jahrhundertprojektes“ ihre Zusammenarbeit vertiefen.

Noch bevor am Freitagabend das Landestheater in seine aktuelle Spielzeit startet, wurde das Haus am Vormittag zur großen politischen Bühne. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) eröffnete die gemeinsame Pressekonferenz mit St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ) mit den Worten: „Es ist heute eine Präsentation eines Jahrhundertprojektes, ein Jahrhundertprojekt mit einer jahrzehntelangen Vorgeschichte.“

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Matthias Stadler bei der Pressekonferenz im Landestheater in St. Pölten
NKL Filzwieser
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und Bürgermeister Matthias Stadler bei der Pressekonferenz

Mikl-Leitner will Erfolgsgeschichte fortschreiben

Nach Graz (2003) und Linz (2009) wird Österreich im Jahr 2024 zum dritten Mal eine europäische Kulturhauptstadt stellen. Schon seit einigen Monaten wurde über eine Bewerbung St. Pöltens spekuliert, auch ein Verein gründete sich. Nun ist es fix: St. Pölten ist die erste Stadt Österreichs, die offiziell ihre Bewerbung bekannt gibt. Einige andere Bewerbungen sind noch in Schwebe bzw. im Prozessstatus.

Die partnerschaftliche Kooperation zwischen dem Land und der Stadt untermauere das gemeinsame Ziel, einen wichtigen Impuls für eine nachhaltige Entwicklung der Landeshauptstadt St. Pölten und des Landes als Region zu erzielen. Das wurde beim Pressetermin einhellig betont. „Niederösterreich hat sich in den letzten Jahren national und international als Kulturland einen Namen gemacht. Kunst und Kultur sind zu einem Markenzeichen des Landes geworden, das weit über die Grenzen hinaus strahlt. Mit der Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas wollen wir in partnerschaftlicher Zusammenarbeit die Erfolgsgeschichte des Landes Niederösterreich und der Landeshauptstadt St. Pölten fortschreiben und auf eine europäische Dimension heben“, sagte Landeshauptfrau Mikl-Leitner.

Vor dem Landestheater in St. Pölten, von links nach rechts: Vizebürgermeister Matthias Adl, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Matthias Stadler, Vizebürgermeister Franz Gunacker
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Vizebürgermeister Matthias Adl, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Bürgermeister Matthias Stadler und Vizebürgermeister Franz Gunacker vor dem Landestheater (von li. nach re.)

Stadler spricht von „gewaltiger Chance“

Vor 31 Jahren wurde St. Pölten zur Landeshauptstadt. Seither hat sich ein vielfältiges Kulturangebot in St. Pölten entwickelt, angefangen vom eigenen Kulturbezirk mit dem Festspielhaus und dem Museum Niederösterreich über das Landestheater Niederösterreich bis hin zur Bühne im Hof und dem Kino Cinema Paradiso. Erst vor kurzem wurde das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich eröffnet - mehr dazu in Haus der Geschichte feierlich eröffnet (noe.ORF.at, 8.9.2017). Mit der Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas rücken sowohl die Landeshauptstadt als auch das Land Niederösterreich noch stärker in den europäischen Fokus.

St. Pöltens Bürgermeister, Matthias Stadler, betonte, dass die Landeshauptstadt die erste Stadt Österreichs ist, die offiziell sagt „wir bewerben uns“. Er will, so wie auch die Landeshauptfrau, die Bevölkerung und die Region in das Konzept miteinbinden, das nun erarbeitet wird. „Eine Stadt kann nicht isoliert sein, sie muss mit der Region leben. Ich denke, das ist auch die Herausforderung bei der Programmierung, dass man genau darauf achtet, dass auch das mit der Region und der Basiskultur einhergeht.“ Stadler spricht von einer „gewaltigen Chance“ und erhofft sich einen Imagegewinn.

Rathaus St. Pölten
www.st-poelten.gv.at

In der ersten Phase der Bewerbung gilt es eine Organisationsstruktur zu schaffen. Die Kosten der Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2024 in Höhe von 2,4 Millionen Euro teilen sich Stadt und Land zu gleichen Teilen. Bis Ende 2018 läuft die erste Bewerbungsfrist. Nach der Jurysitzung im Frühjahr 2019 wird eine Shortlist der aussichtsreichsten Bewerber veröffentlicht. Die in die engere Auswahl gekommenen Städte müssen ihre Konzepte danach präzisieren. Die finale Bekanntgabe der Kulturhauptstadt erfolgt im Dezember 2019 durch eine unabhängige und internationale EU - Jury.

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