Grafenegg Campus fördert junge Talente

Der Kulturstandort Grafenegg wird ab 2018 mit dem Campus Grafenegg eine neue Marke etablieren, die vor allem hochtalentierte junge Musikerinnen und Musiker am Beginn ihrer Karriere unterstützen und fördern soll.

Der Campus Grafenegg soll das Berufsbild der Musikerinnen und Musiker weiterentwickeln, ein breites Publikum gewinnen und Musik in einen gesellschaftlichen und historischen Kontext stellen. Darüber hinaus wird Grafenegg mit dem European Union Youth Orchestra (EUYO) eine neue dreijährige Partnerschaft eingehen. Das EUYO ist damit ab sofort offizielles Residenzorchester von Grafenegg und Partner des Campus Grafenegg.

junge Musiker beim gemeinsamen Musizieren
Grafenegg/ Manfred Klimek
Junge Musiker in Grafenegg

Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner sagte bei der Präsentation: "Grafenegg steht für Musik von Weltklasse und ist ein Veranstaltungsort mit einer großen Strahlkraft, sowohl national als auch international. Gerade auch der Bereich der Jugendförderung war in Grafenegg immer schon ein wesentlicher Teil. Als neues Residenzorchester finde das European Union Youth Orchestra in Grafenegg „eine neue Heimat“, und es freue sie sehr, „dass wir es geschafft haben, das European Union Youth Orchestra von London nach Niederösterreich zu lotsen“.

Grafenegg als Talenteschmiede

Man setze im Zusammenhang mit dem Campus Grafenegg auf eine starke Talenteförderung, verwies Mikl-Leitner auch auf das Musikschulwesen in Niederösterreich mit rund 60.000 Schülerinnen und Schülern. Die besten von ihnen spielen im Landesjugendsinfonieorchester, das ebenso Partner des Campus Grafenegg sein werde wie die European Chamber Music Academy, die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und das Tonkünstlerorchester Niederösterreich.

2018 werde der Campus Grafenegg an die 500 Musikerinnen und Musiker nach Grafenegg bringen, die hier lernen, proben und Konzerte spielen werden, sagte Campus-Leiterin Magdalena Klamminger. Man wolle am Campus Grafenegg „innovativ experimentieren und ein aktives Publikum aufbauen“, betonte Leon Botstein, der die künstlerische Leitung des Campus Grafenegg übernehmen wird und derzeit als künstlerischer Leiter des American Symphony Orchestra, Ehrendirigent des Jerusalem Symphony Orchestra und Präsident des renommierten Bard Colleges in New York tätig ist.

Musiker in der Pause
Grafenegg/ Manfred Klimek
Junge Talente in der Pause

Kooperation mit Musikuniversität Wien

Rektorin Ulrike Sych zeigte sich „sehr glücklich über die Kooperation“ der Universität für Musik und darstellende Kunst mit dem Campus Grafenegg. Grafenegg sei ein „best practice“-Beispiel dafür, „wie man Kunst und Kultur breit in die Bevölkerung bringt“.

Der Geschäftsführer des European Union Youth Orchestras Marshall Marcus betonte: „Grafenegg ist gerade dabei, den Grafenegg Campus auszubauen und das EUYO freut sich, eine wichtige Rolle bei dieser Entwicklung zu spielen.“ Das Projekt Campus Grafenegg werde Grafenegg „noch europäischer und internationaler machen“, zeigte sich NÖKU-Geschäftsführer Gessl überzeugt.

Musik im Kontext neu begreifen

„Musik im Kontext neu begreifen, spielen und hören“ wird das Leitmotiv des im Jahr 2018 startenden Campus Grafenegg lauten. Die Konzerte, offenen Proben, Lehrgänge, Symposien und spontanen musikalischen Manifestationen richten sich an ein Publikum, das gerne an musikalischen Prozessen teilnimmt und sich für spartenübergreifende Querverbindungen zwischen Musik, Politik, Gesellschaft und Ästhetik interessiert. Das Budget des Campus Grafenegg beträgt 1,2 Millionen Euro pro Jahr.

Die neu geschaffene Grafenegg Academy, die jeweils in der ersten Julihälfte stattfindet, gibt alljährlich die Leitthemen des Campus Grafenegg vor. 2018 widmet sich die Grafenegg Academy dem Thema „Europa 1918/2018 – musikalische Herausforderungen in brüchigen Zeiten“. Unter dem Dirigat von Dennis Russel Davies und Leon Botstein erarbeiten 80 internationale Musikerinnen und Musiker als Grafenegg Academy Orchestra vier Orchesterkonzerte, davon eine Matinee mit konzertanten Kurzopern. Zwei Kammermusikkonzerte ergänzen das Programm.

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