Suchhundestaffel übt für Erdbebeneinsatz

Suchhundeteams des Roten Kreuzes üben noch bis Sonntag bei Wr. Neustadt Einsätze in einem Katastrophengebiet, etwa nach einem Erdbeben. Erstmals nimmt heuer die marokkanische Polizei mit einer Hundestaffel daran teil.

18 Teams sind heuer zu der internationalen Einsatzprüfung angetreten. Zentrale Aufgabe ist es, nach einem angenommenen Erdbeben unter Häusertrümmern nach Opfern zu suchen. Die marokkanische Polizei nimmt mit vier Hunden an der Übung teil, in dem nordafrikanischen Land wird derzeit eine Suchhundestaffel aufgebaut.

„Österreich verfügt über ausgezeichnete Hundetrainer. Das Areal hier ist ideal, leider haben wir so etwas nicht in Marokko. Hier kann man wirklich alle möglichen Situationen trainieren und davon profitieren“, sagt Mostafa Chouaouti, Polizeioffizier aus Marokko.

Suchhunde Rotes Kreuz Erdbebenübung
ORF
Trainiert wird unter sehr realistischen Bedingungen

Suche erfordert perfektes Zusammenspiel

Über das weitläufige Areal des Tritolwerks nahe Wiener Neustadt sind eingestürzte Mauerteile und Betonplatten verteilt, Felsenstücke und Eisenstangen ragen heraus und es gibt zahlreiche unterirdische Räume, in denen die „Opfer“ versteckt werden. Immer wieder hört man ein lautes Bellen, das Zeichen dafür, dass eine Person in den Trümmern von den Hunden aufgespürt wurde.

„Der Hund muss durch Bellen oder Scharren anzeigen, wo die Person ist. Der Hundeführer muss das erkennen und im Realeinsatz werden dann die Bergeteams angesetzt“, sagt der Leiter der Suchhundestaffel des Roten Kreuzes Niederösterreich, Hugo Karner, zu den Anforderungen bei der Prüfung.

Suchhunde Rotes Kreuz Erdbebenübung
RK NÖ / A. Zehetner
Hund und Hundeführer müssen ein eingespieltes Team sein, die Ausbildung dauert etwa drei Jahre

Nur die Besten dürfen in den Auslandseinsatz

Bei der Einsatzprüfung müssten die Staffeln zwei Tage lang unter Beweis stellen, dass sie unter verschiedensten Umständen Menschen suchen können. „Nur diese Hunde und Hundeführer, die alle Opfer aus diesen Trümmern holen, werden am Ende des Tages geeignet sein, um in den Einsatz gehen zu können“, sagt der Präsident des niederösterreichischen Roten Kreuzes, Josef Schmoll, der sich am Gelände über den Ausbildungsstand informierte.

Einsatzprüfung für Suchhundeteams

Zwei Tage lang müssen die Hundeführer mit ihren Tieren unter Beweis stellen, dass sie auch für den Auslandseinsatz bereit sind.

In Niederösterreich gibt es insgesamt 120 ausgebildete Suchhunde, davon stehen 30 Suchhundeteams des Roten Kreuzes auf Abruf - etwa für die Suche nach Vermissten - bereit. Sechs dieser Teams haben die internationale Prüfung für den Auslandseinsatz bereits absolviert. Nach diesem Wochenende sollen noch einige weitere Hundeführer und Hundeführerinnen für diese Einsätze zur Verfügung stehen, hofft man beim Roten Kreuz.

Otto Stangel, noe.ORF.at

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