SV Horn trotz Umbruchs Herbstsieger

Nach dem Abstieg aus der Ersten Liga ist beim SV Horn kein Stein auf dem anderen geblieben. Mit neuem Trainer und neuer Mannschaft krönte man sich jedoch auf Anhieb zum Regionalliga-Herbstmeister.

Nachdem sich die japanischen Partner aus der Vereinsführung zurückgezogen hatten, standen die ersten Monate in der dritthöchsten Spielklasse ganz im Zeichen eines Neuanfangs. Mit jungen Spielern und Carsten Jancker als Identifikationsfigur auf der Trainerbank gelang ein positiver Neustart.

„Was vor meiner Zeit gelaufen ist, kann ich nur aus der Ferne beurteilen, aber die Champions League als Ziel auszurufen, war wohl ein Fehler“, analysiert Horn-Trainer Jancker, der aktuell gleich sieben Spieler aus dem vereinseigenen Nachwuchszentrum in den Kader der Kampfmannschaft hochziehen konnte und durch seine Erfolge als Aktiver nicht nur Trainer, sondern auch Vorbild ist.

Fußballtrainer
Gepa / Christian Ort
„Die Reihen der japanischen Spieler haben sich bei den Hornern gelichtet“, so Jancker

„Meine Mannschaft weiß um meine Vergangenheit, aber wichtiger ist, dass sie mich auch als Coach versteht und akzeptiert. Das ist uns in den ersten Monaten ganz gut gelungen“, so Jancker. Horn krönte sich nicht nur zum Herbstmeister, sondern überwintert auch nach einem 1:0 gegen Stadlau im vorgezogenen letzten Spiel vor der Winterpause an der Tabellenspitze.

Überragender Akteur der Hinrunde war der slowakische Neuzugang Matus Paukner, der mit 15 Treffern auch die Torschützenliste der Regionalliga anführt. Regisseur der Waldviertler ist Routinier Miroslav Milosevic. „Wir haben letzte Saison nicht viel richtig gemacht und wollten im Herbst einen neuen Weg gehen. Die Atmosphäre im Verein ist durch die Erfolge natürlich viel besser als im Frühjahr“, freut sich der Horner Kapitän.

Trainer mit Fußballspieler
Gepa / Christian Ort

Vereinsführung wieder in Waldviertler Händen

Die japanischen Partner zogen sich, was die Entscheidungskompetenzen betrifft, aus dem Verein zurück und sorgen derzeit nur als Hauptsponsor für vergleichsweise optimale Rahmenbedingungen. „Damit hat sich unsere Philosophie geändert. Wir haben keine zusammengekaufte Legionärsmannschaft mehr, sondern eine mit Routiniers gespickte, junge Truppe mit dem Fokus auf heimische Talente“, erklärt Obmann Rudolf Laudon. „Auch die aktuelle Führung des Klubs liegt wieder in Vereinshänden.“

Was die Rückkehr in den Profifußball betrifft, ist die Zielsetzung klar. „Natürlich wird ein Lizenzantrag für die Erste Liga gestellt. Wir erfüllen alle infrastrukturellen Bedingungen und werden bis Anfang Dezember auch den geprüften Jahresabschluss abgeben, der dafür notwendig ist“, führt Laudon aus. Fix ist aber auch, dass bei einem Wiederaufstieg finanzielle Experimente im Kader ausbleiben werden. „Teure Legionäre wird es nicht geben. Wir wollen den Weg mit unserer jungen Mannschaft weitergehen.“

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