Stift Melk zahlt 1,7 Mio. Euro Lustbarkeitsabgabe

Das Stift Melk wird 1,7 Millionen Euro an Lustbarkeitsabgabe für die Jahre 2014 bis 2016 an die Stadt Melk entrichten. Abt Georg Wilfinger sagte, dass daher u.a. die Generalsanierung der Stiftsbibliothek nicht möglich sei.

Dies geschehe trotz der wiederholten, auch schriftlichen Zusage, die Abgabe für den genannten Zeitraum nicht bezahlen zu müssen bzw. von der öffentlichen Hand ersetzt zu bekommen, teilte Abt Georg Wilfinger am Donnerstag mit.

Wilfinger ersuchte „um Vorschreibung der Lustbarkeitsabgaben 2014 - 2016 mit entsprechenden Bescheiden“. Unabhängig davon werde das Stift „einige grundsätzliche Fragen zur Lustbarkeitsabgabe einer rechtlichen Klärung zuführen“. Der Abt verwies in einer Aussendung auf die „Konsequenz aus den eingeforderten Zahlungen“.

Abt: „Sanierungsprojekte daher nicht möglich“

Weil aufgrund der Zusage, die Abgabe für 2014 bis 20156 nicht abführen zu müssen, Einnahmen aus Eintritten bzw. deren Überschüsse in laufende Restaurierungsprojekte investiert worden seien, müsse das Stift „die Zahlung an die Stadtgemeinde durch Kredit finanzieren“. Das bedeute, dass die „Finanzierung der weiteren Sanierungen, insbesondere das notwendige Großprojekt der Generalsanierung der Stiftsbibliothek mit Kosten von zehn Millionen Euro, nicht möglich“ sei und auf Jahre zurückgestellt werden müsse, schrieb Wilfinger.

„Auch die notwendige Erneuerung der Eindeckung von Stiftskirche und Kuppel sowie die Finanzierung der Sanierung der Altane, die jährlich von 500.000 Menschen passiert wird, ist unter den gegebenen Umständen nicht gewährleistet (Kosten von zwei Millionen Euro).“ Es drohe „in absehbarer Zeit“ sogar eine Sperre der Altane.

„Nüchtern ausgesprochen werden muss, dass bei Nichtdurchführung der notwendigen Sanierungsarbeiten enormer Schaden an der Substanz des Stiftsgebäudes entstehen“, so der Abt weiter. Damit werde „wissentlich“ an der Zerstörung eines Hunderttausende Gäste nach Melk bringenden Weltkulturerbes mitgewirkt. Medienberichten zufolge soll das Geld aus der Vergnügungssteuer auf Ticket-Verkäufe im Budget der Stadt fehlen. Es gehe um bis zu 2,1 Millionen Euro.

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