Technisches Gebrechen als Ursache vermutet

Zur Ursache der folgenschweren Gasexplosion in Baumgarten an der March am Dienstag geht die Polizei von einem technischen Gebrechen aus. Laut Gas Connect Austria ist die Gasversorgung in Österreich gewährleistet.

An der OMV-Gasstation bei Baumgarten an der March (Bezirk Gänserndorf) kam es am Dienstag kurz vor 9.00 Uhr zu einer heftigen Gasexplosion. Es gibt einen Toten und 21 Verletzte. Eine Person davon ist schwer verletzt, aber außer Lebensgefahr. Das Gebiet ist großflächig gesperrt - mehr dazu in Gasexplosion: Ein Toter und 21 Verletzte.

Gasexplosion Baumgarten an der March Marchegg OMV
Landesfeuerwehrkommando

Nach Angaben des Landesfeuerwehrkommandos Niederösterreich war aus zunächst ungeklärter Ursache auf dem Areal eine Gasleitung im Freien explodiert. Nach aktuellen Informationen soll die Explosion im Westteil des Areals erfolgt sein, wo das Gas gefiltert wird.

Sprecher Franz Resperger berichtete von einer „ohrenbetäubenden Explosion“ und einer heftigen Druckwelle. Das Feuer erfasste sechs Objekte, die zum Teil in Vollbrand gerieten. Die Hitzeentwicklung sei so enorm gewesen, dass abgestellte Autos verschmorten.

Reporter über die Lage in Baumgarten

Aufgrund eines technischen Gebrechens ereignete sich am Dienstag um 8.45 Uhr eine Explosion, die einige Brände auf dem Areal verursachte.

Bei einer Pressekonferenz am Vormittag wurde gleich zu Beginn betont, dass ein terroristischer Anschlag aktuell ausgeschlossen werden kann. Laut dem Bezirkshauptmann von Gänserndorf, Martin Steinhauser, geht man von einer technischen Ursache aus. Am Nachmittag wird laut Steinhauser mit einem ‚Brand aus‘ gerechnet. Die Brandermittler dürfen erst dann auf das Areal, wenn es die Feuerwehr freigegeben hat.

„Keinerlei Hinweise auf intentionalen Angriff“

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) geht ebenfalls von einem technischen Gebrechen in der Gasstation in Baumgarten a. d. March (Bezirk Gänserndorf) aus. „Es gibt derzeit keinerlei Hinweise auf einen intertionalen Angriff oder eine anderweitige Tathandlung“, hieß es am Dienstagnachmittag in einer Aussendung.

Somit sei „zum jetzigen Zeitpunkt mit hoher Wahrscheinlichkeit von keiner Indikation mit einem möglichen terroristischen Hintergrund auszugehen“, teilte das Referat Schutz kritischer Infrastrukturen und Cyber Security mit.

Explosion in der Gasstation in Baumgarten a.d. March
APA/ Hans Punz

Die Gasversorgung sei gewährleistet, sagte Armin Teichert, der Sprecher von Gas Connect, dem Tochterunternehmen der OMV, das den Gasknotenpunkt in Baumgarten betreibt. „Österreich ist definitiv derzeit ohne jeweilige Einschränkungen. Die Versorgungssituation für Österreich kann bis auf Weiteres ohne Probleme gewährleistet sein. Auch die West-Austria-Gasleitung, die die Ost-West-Verbindung darstellt, ist ohne Beeinträchtigung. Probleme wird es wahrscheinlich in Richtung Süden geben, die Trans-Austria-Gasleitung, die von Wien in Richtung Südwesten geht, ist derzeit geschlossen“, sagte Teichert. Folglich könnten die angrenzenden Länder derzeit nicht über Österreich versorgt werden. „Das genaue Ausmaß und die Dauer können erst festgestellt werden, wenn wir wieder Zugang zur Station haben.“

Gasgroßhandelspreise in Europa gestiegen

Nach der Explosion in der Gasstation zogen die Gaspreise in Europa scharf an. In Italien stieg der Day-ahead-Großhandelspreis um 87 Prozent auf 44,50 Euro je Megawattstunde (MWh). Der Preis für britisches Gas zur sofortigen Lieferung schnellte um 32 Prozent nach oben. Die Gaslieferungen über die Slowakei waren nach dem Großbrand in Baumgarten unterbrochen, zitierte Reuters den slowakischen Pipelinebetreiber Eustream. Der russisch Gasprom-Konzern bemühte sich nach eigenen Angaben um eine Umleitung der Gaslieferungen um die ununterbrochene Belieferung seiner Kunden sicherzustellen.

Größte Erdgas-Station Österreichs

Insgesamt laufen pro Jahr 40 Milliarden Kubikmeter Erdgas über diesen Standort in Baumgarten.

Italien zeigt sich besorgt. Es sei jedoch nicht mit Engpässen in den Gaslieferungen zu rechnen, da Italien auf Reserven zurückgreifen könne, hieß es in einer Presseerklärung des Wirtschaftsministeriums. Die Lage sei unter Kontrolle.

Der italienische Industrieminister Carlo Calenda betonte, dass Italien seine Gaslieferungen diversifizieren sollte. Wäre die Trans Adriatic Pipeline (TAP) bereits in Betrieb, hätte Italien wegen der Explosion in Baumgarten keine Probleme. Die TAP ist bei Umweltaktivisten ein umstrittenes Großprojekt.

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