Kalter Winter bringt EVN mehr Gewinn

Der letzte kalte Winter hat dem Energieversorger EVN mit Sitz in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) im Gesamtjahr 2016/17 mehr Umsatz und ein deutliches Ergebnisplus beschert. Die Ausschüttung an die Aktionäre wird erhöht.

Die EVN steigerte das Konzernergebnis per 30. September im Jahresabstand um 60,4 Prozent auf 251,0 Millionen Euro, fast punktgenau auf die vom Unternehmen selbst Anfang November in Aussicht gestellten 250 Mio. Euro. Auch ein positiver Einmaleffekt durch die Einigung mit der staatlichen bulgarischen Stromgesellschaft NEK über strittige Fragen half beim Ergebnisanstieg. Das EBITDA legte um 19,4 Prozent auf 721,6 Mio. Euro zu und das EBIT um 33,2 Prozent auf 346,9 Mio. Euro, wie das börsennotierte Unternehmen mitteilte.

Energiebedarf temperaturbedingt hoch

Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr um 8,3 Prozent auf 2,216 Mrd. Euro. In allen Versorgungsgebieten - in Österreich und Südosteuropa - habe man im Winter wie im Sommer von außergewöhnlichen Witterungsbedingungen profitiert, der Energiebedarf sei temperaturbedingt hoch gewesen. In den thermischen Kraftwerken in Niederösterreich stieg die Zahl der Einsatztage von 130 auf 163.

„Gerade der vergangene Winter hat uns wieder vor Augen geführt, wie fragil das europäische Stromsystem ist, insbesondere wenn mehrere Faktoren zusammenkommen“, sagte EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz. „Wesentliche Kraftwerkskapazitäten in Frankreich waren aufgrund von Revisionen nicht am Netz, die Energienachfrage war aufgrund der anhaltenden Kälte im Jänner in ganz Europa enorm, aus der erneuerbaren Energie kamen nur geringe Einspeisemengen.“ Marktreife Lösungen, um überschüssigen Strom aus erneuerbarer Energie zu speichern, fehlten vorläufig. „Um den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage, insbesondere in den nachfrageintensiven Industrie- und Ballungszentren sowie die Netzstabilität zu gewährleisten, kommt weiter unseren thermischen Kraftwerken eine zentrale Rolle für die Versorgungssicherheit zu“, so Szyszkowitz.

Investitionen in Trinkwasserprojekte

Der vergangene Sommer hat allerdings auch gezeigt, wie wichtig die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser ist. Aufgrund der Hitze wurde in manchen Regionen das Trinkwasser knapp. Die EVN investiert daher weiter in den Ausbau der Leitungssysteme. Geplant ist etwa eine neue Leitung in das Waldviertel, die von den Brunnenfeldern im niederösterreichischen Zentralraum über Krems nach Zwettl führt. Damit soll das Waldviertel künftig von zwei Seiten versorgt werden, eine Leitung zwischen Wein- und Waldviertel wurde bereits errichtet.

Von den 400 Millionen Euro, die die EVN jährlich investiert, sind 300 Millionen für Niederösterreich vorgesehen. Das Geld fließt in den Ausbau der Versorgungssicherheit, von erneuerbarer Energie und in Trinkwasserprojekte. In Ebergassing und Petronell (beide Bezirk Bruck an der Leitha) werden neue Naturfilteranlagen errichtet, drei Anlagen gingen in Niederösterreich bereits in Betrieb.

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