Aufregung um Weihnachtsposting mit NS-Bild

Aufregung gibt es um Facebook-Postings eines Gemeinderates aus dem südlichen Niederösterreich. Der Mann hatte als Weihnachtsgrüße ein Bild gepostet, das von einer nationalsozialistischen Frauenzeitschrift stammt.

Dass das Bild von einer nationalsozialistischen Frauenzeitschrift stamme, habe er nicht gewusst, sagte der Gemeinderat aus dem Bezirk Wiener Neustadt zum „Standard“. Wenig später habe er - seinen Angaben zufolge aus Versehen - das Lied „Stille Nacht“ mit Fotos von Wehrmachtssoldaten gepostet.

NS Weihnachtsgrüße FPÖ Mandatar
Screenshot Facebook / ORF
Das Bild wurde mittlerweile wieder von der Facebook-Seite entfernt

Das Video mit dem Titel „Wehrmacht, stille Nacht“ finde sich auf einem rechtsextremen YouTube-Kanal, hieß es in dem Bericht, in dem auch auf Informationen eines FPÖ-kritischen Blogs verwiesen wurde. Er habe „falsch gedrückt“, sagte der Gemeinderat aus dem Bezirk Wiener Neustadt. Als er den Fehler bemerkte, habe er den Link zum Video wieder gelöscht.

Das am 24. Dezember gepostete Bild, auf dem der Schriftzug der Zeitschrift samt Hakenkreuz abgeschnitten war, habe er auf einer Facebook-Seite gesehen und für seine eigenen Freunde kopiert, „weil es mir gefallen hat“, sagte der Mandatar. Die Zeichnung, die eine Familie auf der einen und zwei deutsche Soldaten bei einem Grab auf der anderen Seite zeigt, lasse er bewusst stehen. Da sei „nichts Verbotenes drinnen“.

NS Posting FPÖ Mandatar
Screenshot Facebook / ORF

FPÖ: „Kein Parteimitglied“

Der Gemeinderat sei kein Parteimitglied, sagte FPÖ-Landesparteisekretär Christian Hafenecker auf Anfrage. Der Mandatar sei „als unabhängiger Kandidat“ an der Spitze der FPÖ-Liste in den Gemeinderat eingezogen. „Deshalb fehlt mir als Parteisekretär der FPÖ Niederösterreich auch die Möglichkeit einzuschreiten“, sagte Hafenecker laut „Standard“. Er selbst hätte beide Inhalte nicht geteilt, halte aber fest, „dass es sich dem Vernehmen nach nicht um Wiederbetätigung gehandelt haben dürfte, was für mich wesentlich ist“. Hafenecker will aber bei nächster Gelegenheit „ein klärendes Gespräch führen“.

In einer Stellungnahme auf der Gemeinde-Website hieß es: Die Marktgemeinde „distanziert sich hiermit vom Posting mit nationalsozialistischem Inhalt in den sozialen Medien“ des Gemeinderats.

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