Spannende Ausgangslage vor Landtagswahl

Vier Landtagswahlen gibt heuer, die erste findet am 28. Jänner in Niederösterreich statt. Eine Wahl mit einer spannenden Ausgangslage, denn es ist die erste Wahl nach der neuen Regierungsbildung und die erste nach der Ära Pröll.

Bei der niederösterreichischen Landtagswahl am 28. Jänner werden sieben Listen antreten. Neben ÖVP, SPÖ, FPÖ und Grünen kandidiert auch NEOS erstmals landesweit. Nur in den Wahlkreisen Amstetten, Melk und Mödling tritt die Christliche Partei Österreichs (CPÖ) an, lediglich im Wahlkreis Baden die Liste „Wir für Niederösterreich.“ Die Liste Frank, die beim Urnengang 2013 aus dem Team Stronach hervorging und auf Anhieb hinter ÖVP und SPÖ auf Platz drei gelandet war, kandidiert nicht mehr. Daher bleibt der Listenplatz drei auf dem Stimmzettel auch leer.

ÖVP hält letzte absolute Mehrheit einer Landespartei

Bei der Wahl am 3. März 2013 waren 1.404.454 Personen stimmberechtigt. Die Wahlbeteiligung betrug 70,87 Prozent. Am 28. Jänner 2018 gibt es 1.386.343 Wahlberechtigte (714.021 Frauen, 672.322 Männer), somit um 18.111 weniger als vor fünf Jahren. Dies hat wohl in erster Linie mit der Neuregelung für Zweitwohnsitzer zu tun.

Wahlergebnis Landtagswahl 2013
ORF NÖ
Das Endergebnis der niederösterreichischen Landtagswahl 2013

Landtagswahl 2018 auf noe.ORF.at:

Alle Informationen und Hintergrundberichte zur Wahl finden sie bis 28. Jänner hier.

2013 konnte die ÖVP Niederösterreich mit Spitzenkandidat Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP), wenn auch nur knapp, die absolute Mehrheit halten und kam auf 50,8 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz landete die SPÖ, mit 21,6 Prozent - dem historisch schlechtesten Ergebnis der Sozialdemokraten in Niederösterreich. Auf Platz drei landete mit 9,8 Prozent das Team Stronach, später als Liste Frank bezeichnet. Die FPÖ erreichte 2013 8,2 Prozent der Stimmen, knapp gefolgt von den Grünen mit 8,1 Prozent.

Landtagswahl Landhaus Sujet 2018
ORF / Novak

Alle Landtagsparteien mit neuen Spitzenkandidaten

Alle Landtagsparteien gehen mit neuen Spitzenkandidatinnen und Kandidaten in die Wahl. Für die ÖVP geht in Niederösterreich erstmals eine Spitzenkandidatin, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, ins Rennen. Sie hat den Langzeit-Landeschef Erwin Pröll Ende März zunächst an der Spitze der Landesgruppe und am 19. April auch an jener des Landes selbst abgelöst. Sie ist Niederösterreichs erste Landeshauptfrau. Ein Wahlziel wird die ÖVP beim Wahlauftakt am 8. Jänner formulieren.

Neu ist auch die „Nummer eins“ bei der SPÖ: Franz Schnabl. Der ehemalige Polizeibeamte und Polit-Quereinsteiger ist seit Juni 2017 Parteichef und seit Mitte September Landesrat. Nach dem vor fünf Jahren eingefahrenen schlechtesten Ergebnis aller Zeiten will die SPÖ am 28. Jänner deutlich stärker werden und den zweiten Platz absichern. Zulegen will auch die FPÖ, die nicht wie anfänglich geplant mit Walter Rosenkranz, der nun Klubchef im Parlament in Wien ist, sondern mit dem Landtagsabgeordneten Udo Landbauer als Spitzenkandidat, ins Rennen geht. Die Freiheitlichen wollen ihre 8,2 Prozent von 2013 verdoppeln, wie es heißt, und ihr historisch bestes Ergebnis einfahren.

Mandatsverteilung Landtagswahl 2013
ORF NÖ
Die Mandatsverteilung nach der Landtagswahl 2013

Sendungshinweis:

„NÖ heute“, 1.1.2018

Kein konkretes Wahlziel nennen bis jetzt die Grünen, die erstmals von Klubobfrau Helga Krismer in einen Wahlkampf geführt werden. Fest steht aber: Nachdem die Bundespartei bei der Nationalratswahl den Einzug ins Parlament nicht geschafft hat, ist die Wahl am 28. Jänner die erste Bewährungsprobe für eine grüne Landespartei. Erstmals tritt NEOS in Niederösterreich an. Spitzenkandidatin Indra Collini peilt den Einzug in den Landtag an. Ob es erstmals pinke Mandatare im niederösterreichischen Landtag gibt und wie sich die 56 Mandate neu verteilen, das entscheiden die Wählerinnen und Wähler am 28. Jänner.

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