Polizei warnt vor illegalen Böllern

Die Polizei warnt vor illegalen Silvesterböllern, die durch falsche Kennzeichnung oder schlechte Lagerung besonders gefährlich sind. Bei Kontrollen an der tschechischen Grenze werden bis zu 12.000 Feuerwerkskörper jährlich beschlagnahmt.

Zehn Millionen Euro geben die Österreicherinnen und Österreicher jedes Jahr für Silvester aus, vor allem für Raketen und Böller. Wer zu illegalen Böllern aus dem Ausland greift, riskiert damit nicht nur eine Strafe, sondern auch seine Gesundheit. Die Polizei versucht deshalb auch heuer wieder, so viele illegale Böller wie möglich aus dem Verkehr zu ziehen. In Kleinhaugsdorf (Bezirk Hollabrunn) werden deshalb wieder Schwerpunktkontrollen durchgeführt.

Kontrollen Illegale Böller Silvester
ORF

Keine Mittel- und Großfeuerwerke erlaubt

Ein Blick in den Kofferraum verrät dabei schnell, wer sich ein paar hundert Meter hinter der Grenze mit Raketen für die Silvesterparty eingedeckt hat - und möglicherweise ohne sie nach Hause fahren muss. „Wir achten darauf, welche Kategorie der Gegenstand hat“, erklärt Revierinspektorin Petra Ludu, „in Österreich sind Kategorie 1 und 2 erlaubt, für Kategorie 3 braucht man eine behördliche Genehmigung.“ Dabei handelt es sich um Mittel- und Großfeuerwerke, die eine pyrotechnische Ausbildung erfordern.

Zudem müssen die Produkte eine Gebrauchsanweisung auf Deutsch aufweisen und mit dem CE-Zeichen gekennzeichnet sein. Die Beamtinnen und Beamten sind darauf geschult, Fälschungen schnell zu enttarnen.

Gefahr durch schlechte Lagerung

Gefährlich sind die illegalen Böller zum einen wegen ihrer erhöhten Sprengkraft, zum anderen werden sie oft schlecht gelagert. „Wenn das Zündmittel ausgetrocknet ist, dann funktioniert die Verzögerung nicht wie geplant, dadurch kann der Feuerwerkskörper sofort explodieren“, erklärt Martin Koran, Postenkommandant in Untermarkersdorf (Bezirk Hollabrunn), „genauso gefährlich ist es, wenn es zu feucht ist und dadurch zu langsam zündet. Der Konsument könnte dann vermuten, der Gegenstand sei ein Blindgänger, nähert sich und der Feuerwerkskörper explodiert dann zeitverzögert.“

Kontrollen Illegale Böller Silvester
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Mit Feuerwerkskörpern aus österreichischen Fachgeschäften ist man laut Polizei, was die Ware betrifft, auf der sicheren Seite. Es ist aber nicht grundsätzlich verboten, Raketen im Ausland zu kaufen. „Es gibt sehr wohl auch rechtskonforme Gegenstände, die im Ausland gekauft werden können, dann aber nur in Geschäften und nicht irgendwo im Straßenhandel“, sagt Koran.

Raketen nicht in Flaschen oder in die Erde stecken

Aber auch bei sicherer Ware gilt, „es ist ein Unterhaltungsmittel und kein Spielzeug“, warnt Polizeisprecher Walter Schwarzenecker davor, leichtsinnig mit Raketen und Böllern umzugehen. „Man sollte zum Abschießen zum Beispiel keine Flaschen verwenden, denn diese können umfallen“, sagt Schwarzenecker, „auch sie in die Erde zu stecken ist nicht ideal, hier können sie hängen bleiben oder umfallen.“ Wichtig ist außerdem ein ausreichender Sicherheitsabstand und dass die Person, die die Feuerwerkskörper zündet, nüchtern ist.

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