Initiative will Landärzte fördern

Das Land hat am Montag eine Initiative für Landärzte gestartet. Mit Maßnahmen, wie etwa Einstiegsprämien für Landärzte, soll die ärztliche Versorgung am Land gesichert werden. Zudem soll das Berufsbild für Landärzte attraktiver werden.

Ein Maßnahmenpaket soll die Aufrechterhaltung der ärztlichen Versorgung in allen Regionen des Landes sichern, hieß es am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz in St. Pölten. Derzeit gibt es rund 770 Kassenstellen für Allgemeinmediziner, davon sind fünf Stellen nicht besetzt. Das sei weniger als ein Prozent, allerdings gebe es drei Gemeinden, die seit 2016 auf einen Landarzt warten, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP).

Pernkopf, Mikl-Leitner und Schleritzko
NLK Filzwieser
Mit dem Maßnahmenpaket wollen Landeshauptfrau-Stellvertreter Pernkopf, Landeshauptfrau Mikl-Leitner und NÖGUS-Vorsitzender Schleritzko derzeit nicht besetzte Kassenstellen vorübergehend überbrücken

In Gresten (Bezirk Scheibbs) wurde die Stelle 24 Mal ausgeschrieben, in Aspangberg-St.Peter (Bezirk Neunkirchen) ebenfalls. Ähnlich ist die Situation in Groß-Siegharts (Bezirk Waidhofen an der Thaya), wo die Stelle 20 Mal ausgeschrieben wurde. Die Situation könnte sich durch eine anstehende Pensionierungswelle vieler Landärzte verschärfen, so Mikl-Leitner.

Einstiegsprämien bis zu 50.000 Euro

Um dem bevorstehenden Mangel entgegenzuwirken, soll es zum einen eine sogenannte Landarzt-Garantie geben. „Das heißt dort, wo Landarztpraxen mit einem Kassenvertrag nicht besetzt werden, werden wir seitens der Landeskliniken-Holding einspringen und praktische Ärzte bereitstellen“, erklärte Mikl-Leitner. Auch soll es für jene Allgemeinmediziner, die als Landarzt einspringen, Einstiegsprämien bis zu 50.000 Euro geben.

Das Maßnahmenpaket sieht außerdem vor, dass in Zukunft Landärzte bei schwierigen Einsätzen von Begleitdiensten unterstützt werden sollen, unter anderem von Rettungsdiensten oder Medizinstudenten. Dafür stelle das Land 500.000 Euro zur Verfügung, hieß es am Dienstag.

Forderung nach mehr Studienplätzen für Medizin

Neben dem Maßnahmenpaket setzt das Land auch auf ein Struktur-Programm. Dies sieht unter anderem den Vollausbau der Karl-Landsteiner-Universität ab dem Jahr 2020 vor sowie die Forderung nach mehr Studienplätzen für Medizin. Mit der bestehenden Aktion „NÖ studiert Medizin“ sollen noch mehr junge Menschen bei Vorbereitungskursen und Medizin-Aufnahmetests unterstützen werden. Zudem will man erstmals ab dem Sommer rund 60 Lehrpraxis-Stellen zur Verfügung stellen, heißt es.

Kritik: Maßnahmen für SPÖ „unausgegoren“

Die von den ÖVP-Landesregierungsmitgliedern vorgestellten Maßnahmen sorgten am Dienstag für Kritik von Seiten der SPÖ Niederösterreich, die diese in einer Aussendung als „unausgegoren“ bezeichneten. „Grundsätzlich sind die Schritte begrüßenswert, jedoch nicht weit genug gehend und nicht von einer medizinischen Gesamt-Sicht geprägt, sondern auf die schnelle Schlagzeile schielend“, kritisierte SPÖ-Landesparteichef und Landesrat Franz Schnabl. Die SPÖ fordert unter anderem die Wiedereinführung von Gemeindeärzten und die Sicherstellung der Kofinanzierung zur Primärversorgung.

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