Neues und Bewährtes beim Neujahrskonzert

Nicht nur das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, auch jenes des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich hat Tradition. Im Festspielhaus St. Pölten standen aber auch Operettenarien und ruhigere Orchesterstücke am Programm.

Nicht nur das Ambiente des Festspielhauses St. Pölten unterscheidet sich von jenem des großen Musikvereinssaales, auch beim Programm gibt es deutliche Unterschiede. Zwar standen am 1. Jänner auch in St. Pölten Werke der Strauss-Dynastie am Programm, etwa die Polka „Freikugeln“ (op. 326) oder der Walzer „Wiener Bonbons“ (op. 307), aber auch Werke von Camille Saint Saens oder des eher unbekannten Hans Christian Lumbye fanden sich im Programmheft.

Neujahrskonzert Tonkünstler
ORF

„Ich versuche mit meiner Zusammenstellung möglichst viel Abwechslung ins Programm zu bringen. So hoffe ich, dass ich ein möglichst breites Spektrum anbieten kann“, betont Dirigent Alfred Eschwé, der für die Programmauswahl verantwortlich zeichnet, „Ich glaube es ist auch fürs Publikum abwechslungsreicher, wenn sie nicht nur das klassische Strauß-Konzert hören, sondern wenn damit auch andere Kompositionen bedient werden.“

„Leichte Musik auf hohem Niveau“

Jahr für Jahr werden auch junge, aufstrebende Solistinnen eingeladen, mehrere Stücke gemeinsam mit dem Orchester zu interpretieren. Caroline Melzer, fixes Ensemblemitglied der Wiener Volksoper, beeindruckte heuer mit der Arie der Agathe „Wie nahte mir der Schlummer“ aus Carl Maria von Webers „Der Freischütz“.

Die Operette „Die lustige Witwe“ brachte Melzer schon mehrfach in der Wiener Volksoper zu Gehör, vermutlich aber noch nie in jeder Form wie im Festspielhaus St. Pölten: Bei der Vilja-Arie war das Publikum ausdrücklich eingeladen gleichsam als „Chor“ mitzusingen, was auch von Alfred Eschwé dirigiert und vom Publikum zunehmend freudig umgesetzt wurde.

Neujahrskonzert mit Publikumsbeteiligung

Beim Neujahrskonzert des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich war Publikumsbeteiligung nicht nur beim Radetzkymarsch erwünscht.

Dass so ein Programm leicht und locker klingt, ist harte Arbeit, erzählt die Sopranistin: „Diese Art Musik - ich liebe es, das zu machen, aber es ist schwer. Es ist genauso schwer oder noch schwerer als Oper manchmal. Weil man eine Klangschönheit haben muss und eine technische Virtuosität und gleichzeitig die Leichtigkeit der Unterhaltung haben muss. Man darf nicht merken, dass es schwer ist. Und ich finde es toll wenn es auf so hohem Niveau gemacht wird wie hier. “

Insgesamt 23 Mal tritt das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich mit diesem Programm in Niederösterreich und Wien auf. In Summe erreiche man etwa 16.000 Menschen im Rahmen der Neujahrskonzert-Tournee, heißt es.

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