Vertreter aller Einsatzkräfte versammelten sich am Hochkar, um die neue Schneemesslatte zu enthüllen
Ludwig Fahrnberger
Ludwig Fahrnberger
Chronik

Spezialschulung für Helfer nach Schneechaos

Wegen Lawinengefahr musste das Hochkar vor einem Jahr mehrere Tage gesperrt werden. Am Freitag wurde den 3.000 Einsatzkräfte, die sich rund um die Uhr um das Freischaufeln der Zufahrtsstraße sowie die Eingeschlossenen kümmerten, nochmals gedankt. Für die Zukunft will das Land die Ausbildung der Einsatzkräfte verbessern.

Mehr als sechs Meter Schnee türmten sich vor einem Jahr am Hochkar. Heute erinnert nur noch eine fixe Messlatte bei der Talstation an das Jahrhundert-Ereignis. Zum Vergleich: Aktuell liegen am Hochkar 50 bis 70 Zentimeter Schnee. „Die Schneekatastrophe hat aber jedenfalls das Miteinander in der Region weiter gestärkt“, resümierte Bürgermeister Fritz Fahrnberger (ÖVP). „Der Zusammenhalt in Niederösterreich ist größer als jede Naturkatastrophe“, sagte Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP).

Fotostrecke mit 13 Bildern

Hochkar Schneeeinsatz
BFKDO/SCHEIBBS
3.000 Einsatzkräfte waren im Vorjahr am Hochkar und in den Nachbarregionen wegen der Schneemassen im Einsatz
Hochkar Schneeeinsatz
BFKDO/SCHEIBBS
Hochkar
BFKDO/SCHEIBBS
Hochkar Schneeeinsatz
BFKDO/SCHEIBBS
Hochkar Schneeeinsatz
BFKDO/SCHEIBBS
Hochkar im Jänner 2019
Markus Posch
Hochkar Jänner 2019
Markus Posch
Hochkar im Jänner 2019
Markus Posch
Hochkar Alpenstraße im Jänner 2019
ORF
Hochkar Jänner 2019
Markus Posch
Hochkar Jänner 2019
Markus Posch
Hochkar Jänner 2019 Räumung
Markus Posch
Hochkar Räumung über Alpenstraße
Markus Posch

Ab 4. Jänner 2019 musste die Alpenstraße gesperrt werden, die verbliebenen Gäste wurden daraufhin im Konvoi ins Tal eskortiert, das Hochkar evakuiert. Fünf Tage später wurde der Katastrophen-Alarm ausgelöst. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Bundesheers, der Polizei, des Roten Kreuzes, der Bergrettung und des Straßendiensts waren rund um die Uhr gefordert. Die Helfer standen nicht nur am Hochkar, sondern auch in Lackenhof am Ötscher, Puchenstuben (Bezirk Scheibbs), Annaberg, St. Aegyd, Mitterbach und Kleinzell (Bezirk Lilienfeld) im Einsatz.

Hochkar
ORF
Die Messlatte erinnert an das Schneechaos im Vorjahr

„Schnee am Hochkar ist im Winter nichts Außergewöhnliches“, sagt Rainer Rohregger, Geschäftsführer der Hochkar-Bergbahnen. Die Extremsituation traf die Betreiber damals aber in der Hochsaison. Zwei Wochen war das Skigebiet geschlossen. Die Einbußen konnten laut Rohregger aber – nicht zuletzt wegen des unermüdlichen Einsatzes der 3.000 Helfer – bis zum Saisonschluss ausgeglichen werden. Rohregger wies am Freitag zudem darauf hin, dass die Lawinengefahr nur auf der Hochkar Alpenstraße und nicht im Skigebiet bestand.

Kooperation mit ZAMG

Das Land will aus den Erfahrungen aber auch lernen. Die Einsatzkräfte sollen deshalb auf solche Schneemassen noch besser vorbereitet werden. Das Land arbeitet dafür mit Sonder-Lawinensachverständigen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zusammen. Diese beschäftigen sich laut Pernkopf – im Gegensatz zu Behördenvertretern – regelmäßig mit Lawinen und ihren Gefahren. Die Experten kamen auch schon im Vorjahr am Hochkar zum Einsatz.

Nachhaltig geprägt hat das Ereignis offenbar nicht nur die Einheimischen, sondern auch die Gäste. Denn seit vergangenen Jänner wurde die Website des Lawinenwarndienstes Niederösterreich um 50 Prozent öfter aufgerufen. „Das hilft und gibt Sicherheit, auch wenn man schon im Gelände oder am Weg dorthin ist“, führte Pernkopf weiter aus. 4,6 Millionen Menschen erkundigten sich im Vorjahr auf der Homepage über die aktuelle Lawinensituation.