Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) erwartete die 70 Bundesheersoldatinnen und -soldaten, fünf Bergführer, sechs Hundeführerinnen und den Heerespsychologen am Rollfeld, gemeinsam mit dem türkischen Botschafter in Wien und einer Delegation des Bundesheeres. Man wolle Danke sagen, betonte die Ministerin. „Für Ihren Mut, Ihre Entschlossenheit und für das Einbringen Ihrer Fähigkeiten“, so Tanner zu den Soldaten.
Unterdessen warteten hunderte Angehörige in der Ankunftshalle des Flughafens darauf, die Einsatzkräfte in die Arme schließen zu können. Auch zahlreiche Angehörige von Betroffenen des Erdbebens waren gekommen, dankten den Einsatzkräften überschwänglich mit Plakaten und Blumen.
„Der Stress fällt ab“
„Das ganze Team ist froh. Es fällt der Stress langsam von uns ab und wir freuen uns alle auf unsere Familien“, so Kontingentskommandant Bernhard Lindenberg kurz nach der Landung. Die Eindrücke des Einsatzes könne er kaum in Worte fassen. Lindenberg erzählt von zahlreichen Obdachlosen, die sich um Feuer scharten, um über die Nacht zu kommen. „Diese Eindrücke bleiben natürlich hängen, aber nicht nur die negativen, vor allem auch die positiven Eindrücke.“
Denn neun Menschen konnten die Soldatinnen und Soldaten aus den Trümmern befreien, 52 Verletzte wurden in den neun Tagen des Einsatzes versorgt. „Man arbeitet oft stundenlang an solchen Personen. Man weiß nicht, ob man es schaffen wird“, beschreibt Einsatzleiter Markus Bock die Suche nach den Verschütteten: „Und dann kommt der Durchbruch, man sieht die Person zum ersten Mal, man kann ihr Wasser geben, man spürt, die Person ist erleichtert, und dann ist es nur mehr ein schönes Gefühl.“

Einsatzkräfte und Hunde wohlauf
Alle 82 Einsatzkräfte konnten heil und gesund den Einsatz beenden. Auch die sechs Suchhunde haben den Einsatz gut überstanden. Am Montag werden die Einsatzkräfte in einer feierlichen Zeremonie am Hauptplatz von Korneuburg noch einmal offiziell willkommen geheißen.
Seit Dienstag vergangener Woche hatten die Spezialistinnen und Spezialisten des Bundesheeres in der südtürkischen Provinz Hatay unter den Trümmern nach Überlebenden gesucht. Am Montag wurde der Einsatz beendet.
Die Rettung von Menschen war „aufgrund der fortgeschrittenen Zeit immer unwahrscheinlicher“ geworden, lautete die Begründung. Die Spezialkräfte waren bereits seit Sonntag zu keinem Einsatz mehr angefordert worden. Am Montag wurde schließlich zusammengepackt, anschließend wurde der Weg zum etwa 200 Kilometer entfernten Flughafen Adana angetreten, von wo am Donnerstag der Flug nach Schwechat abhob.